Kaffeehaus

Der Künstlertreffpunkt „Romanisches Café“

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Das „Romanische Café“ war in den 20er-Jahren eines der bekanntesten Künstlerlokale im Berliner Westen am Kurfürstendamm 238 (heute: Budapester Straße 43).

Im Erdgeschoss des 1899 fertiggestellten „Romanischen Hauses“ befand sich zuerst die Konditorei des Hotels Kaiserhof – im Jahr 1916 schließlich eröffnete darin ein Kaffeehaus ein. Das neue Lokal entwickelte sich rasch zum bevorzugten Intellektuellen- und Künstlertreffpunkt. Hier verkehrten Schriftsteller, Maler, Schauspieler, Regisseure, Journalisten und Kritiker.

“Das Romanische Café ist der Wartesaal der Talente. Es gibt Leute, die hier seit zwanzig Jahren, Tag für Tag, aufs Talent warten. Sie beherrschen, wenn nichts sonst, so doch die Kunst des Wartens in verblüffendem Maße“, sagte einst Erich Kästner über das Café. Zu den Stammgästen zählten u.a. Billy Wilder, Erich Kästner, Otto Dix, George Grosz, Erwin Egon Kisch, Bertolt Brecht, Gottfried Benn, Erich Maria Remarque und Friedrich Hollaender.

Als gegen Ende der Weimarer Republik die politischen Auseinandersetzungen gewalttätiger wurden, verlor das „Romanische Café“ allmählich seine Rolle. Bereits 1927 veranstalteten Nazis einen Krawall am Kurfürstendamm, wobei auch das „Romanische Café“ eines der Ziele war. Die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten und die Emigration der meisten Stammgäste bedeutete das endgültige Aus als Künstlercafé.

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