Börsen-Bericht

Guter Ifo-Index reicht Dax-Anlegern nicht

Das Konjunkturbarometer Ifo kann den Dax nicht nachhaltig wenden. Der Ifo lässt den Leitindex kurzfristig über 7000 Zähler steigen. Doch bis zum Mittag sind die Gewinne bereits aufgezehrt.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich den fünften Monat infolge aufgehellt, doch auf den Aktienmarkt schlug die gute Laune nicht durch. Der Dax notierte mit einem Abschlag von 0,1 Prozent auf 6988 Zähler knapp im Minus, nachdem er in der vergangenen Woche bereits 2,3 Prozent verloren hatte. „Die Wachstumslokomotive Deutschland allein reicht nicht mehr, um die Kauflaune der Investoren zu wecken - dafür muss auch der Rest der Euro-Zone seine Probleme in den Griff bekommen, schließlich sitzen wir alle im selben Boot“, sagte ein Händler.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, stieg im März auf 109,8 Punkte von 109,7 Zählern im Vormonat . „Das Bild, dass die deutsche Konjunktur wieder Fuß fasst, bleibt damit intakt“, sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC.

Insgesamt sagen die meisten Ökonomen den 17 Euro-Ländern eine leichte Rezession in diesem Jahr voraus. Während es bei den Schwergewichten Deutschland und Frankreich bergauf gehen sollte, dürften viele Sorgenkinder am Rand der Euro-Zone wegen der Schuldenkrise an der Schwelle der Rezession bleiben.

Für Bewegung in den Indizes sorgten zum Wochenauftakt vor allem Analystenkommentare. Zu den größten Verlierern im Dax zählten Metro-Papiere, die sich nach einer Reihe von Kurszielsenkungen um 1,5 Prozent auf 29,52 Euro verbilligten. Kurstreiber seien derzeit nur wenige erkennbar, hieß es einem Kommentar von Nomura.

Die Analysten behielten ihre Kaufempfehlung bei, senkten den Fairen Wert aber auf 33 Euro von 37 Euro. Metro-Chef Olaf Koch hatte sich bei dem Ausblick für 2012 in der vergangenen Woche zurückhaltend gezeigt: Nach einem Gewinnrückgang im Jahr 2011 erwartet er im laufenden Jahr nur stagnierende Erträge.

Im MDax setzten sich Hugo Boss nach einer Kurszielerhöhung an die Spitze des Index. „Wir haben unsere Wachstumsperspektiven für alle Regionen erhöht“, erläuterte Equinet-Analyst Ingbert Faust. Das Kursziel setzte er auf 85 von 75 Euro. Am Montag notierten Hugo Boss 2,4 Prozent fester bei 85,43 Euro.

Das Nachsehen hatten dagegen Douglas-Papiere. Anleger folgten einer Verkaufsempfehlung der Berenberg Bank und drückten die Aktien 1,4 Prozent ins Minus. Die Herunterstufung auf „Sell“ von „Hold“ erfolge im Anschluss an die Hauptversammlung der vergangenen Woche, hieß es in einer Kurzstudie der Bank.

Douglas-Chef Henning Kreke hatte erklärt, der Konzern werde möglicherweise für das Geschäftsjahr 2011/12 keine Dividende ausschütten, da die Sanierung der in Schieflage geratenen Buchhandelskette Thalia die Gewinne der Gruppe schmelzen lässt.