2. Fussball-Bundesliga

Ausschreitungen nach Frankfurts Sieg gegen Dresden

Durch einen Heimerfolg gegen Dresden ist Frankfurt erst einmal Spitzenreiter. Lokalrivale FSV erkämpft einen Punkt in Braunschweig. Union siegt in Aachen.

Foto: Bongarts/Getty Images/Getty

In souveräner Manier hat Eintracht Frankfurt die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga vorerst zurückerobert. Der Absteiger aus dem Oberhaus bezwang Dynamo Dresden am Freitagabend zum Auftakt des 26. Spieltages mit 3:0 (3:0) und verdrängte damit zumindest für eine Nacht die SpVgg Greuther Fürth von Platz eins.

Die Franken, zuletzt drei Wochen hintereinander an der Spitze, treten erst am Samstag im bayerischen Derby bei 1860 München an. Alemannia Aachen musste gegen Union Berlin eine bittere 1:3 (1:2)-Schlappe einstecken und verharrt auf dem Relegationsplatz 16. Eintracht Braunschweig und der FSV Frankfurt trennten sich torlos.

Schon lange vor der Pause hatte die Frankfurter Eintracht gegen fast wehrlose Dresdner den fest eingeplanten Dreier als auch den vorübergehenden Sprung an die Spitze im Sack. Alex Meier (3.), Erwin Hoffer (14.) und Mohamadou Idrissou (34.) nutzten die drückende Überlegenheit der Hessen zu drei schönen Treffern.

Die beste Chance der ansonsten klar unterlegenen Gäste vergab Mickael Poté (44.): Aus eigentlich guter Position schloss er völlig überhastet ab. Die Frankfurter Sebastian Jung (63.) und erneut Meier (64.) hätten den Sieg angesichts ihrer Großchancen noch ausbauen müssen.

„Wir wussten, dass Dresden zuletzt gut gespielt hatte, aber ich denke, wir haben ganz souverän gewonnen“, sagte Frankfurts Torschütze Meier. Dresdens Trainer Ralf Loose war nach dem Spiel bedient: „Wir haben viel zu viele Chancen zugelassen, so kann man hier nicht bestehen.“

Jagdszenen in Frankfurt

Nach dem Duell kam es zu schweren Ausschreitungen. Nachdem die rund 500 Dynamo-Fans von Sicherheitsbeamten aus dem Stadion geführt worden waren, spielten sich Jagdszenen ab, es wurden Feuerwerkskörper geworfen. Vermummte Eintracht-Anhänger sollen den Dresdnern bereits aufgelauert haben. Über mögliche Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.

Trotz Verbots des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und eindringlichen Appells vom Verein waren rund 500 Dynamo-Fans nach Frankfurt gereist und hatten sich sogar Zugang zum Stadion verschafft. Die Anhänger postierten sich neben dem gesperrten Gästeblock.

Das DFB-Bundesgericht hatte die Sachsen nach den massiven Ausschreitungen im Pokalspiel bei Borussia Dortmund am 25. Oktober (0:2) zu einem „Geisterspiel“ gegen den FC Ingolstadt sowie zum Ausschluss der eigenen Fans beim Spiel in Frankfurt verurteilt.

Die im Keller feststeckende Alemannia aus Aachen ereilte nur 31 Sekunden nach Wiederanpfiff der K.o. Der erste schnelle Berliner Angriff im Anschluss an Trainer Friedhelm Funkels wenig effektive Kabinenansprache endete gleich wieder mit einem Gegentor – zum dritten Mal an diesem Abend.

Unions Patrick Zoundi (46.) sorgte für einen Blitzstart nach der Pause und überrumpelte den schwachen Keeper Boy Waterman wie zuvor bereits Chinedu Ede (23.) und Simon Terodde (41.). Bei Timo Achenbachs zwischenzeitlichem Ausgleich (28.) sah auch der Gegenüber des niederländischen Torwarts schlecht aus: Eine an sich harmlose Flanke von Achenbach fast von der linken Eckfahne lenkte Berlins Keeper Jan Glinker kurioserweise ins eigene Netz.

„Der Ball wird immer länger und fällt hinten rein. Da habe ich mich leider verschätzt“, meinte Berlins Schlussmann Glinker, konnte aber nach dem Sieg über sein Missgeschick schmunzeln. „Das ist natürlich keine einfach Situation. Das zehrt an jedem. Jedem ist die Lage des Vereins bewusst. Aber Rumjammern nutzt nichts, wir müssen Punkte holen“, sagte Aachens Stürmer Benjamin Auer.

Fast gar nichts los war in Braunschweig. In einer schwachen Partie agierte der abstiegsgefährdete FSV noch etwas vielversprechender – im Abschluss aber blieben die Frankfurter äußerst ineffektiv. Durch den Punktgewinn verbesserten sich die Gäste immerhin auf Rang 12.

„Das Wichtigste ist, dass wir defensiv gut gestanden und zu null gespielt haben“, sagte Frankfurts Trainer Benno Möhlmann, der nun mit „Sicherheit und Zuversicht“ auf die nächsten Aufgaben blickt.