Schuldenkrise

Griechische Wirtschaft fällt ins Bodenlose

Die griechische Wirtschaftsleistung könnte 2012 um bis zu acht Prozent schrumpfen. Die Sanierung der Staatsfinanzen rückt in weite Ferne.

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Griechenlands Rückkehr zu soliden Staatsfinanzen bleibt nach einem aktuellen Bericht der EU auch weiterhin mit großer Unsicherheit behaftet . Das jetzt vereinbarte zweite Rettungspaket könne den Schuldenstand bis 2020 auf 116,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukt senken, heißt es in dem Reuters vorliegenden Bericht. Doch es gebe beachtliche Risiken, dass die Sanierung der Staatsfinanzen nicht gelinge.

Nach einem pessimistischen Szenario würde der Schuldenstand bis 2020 erneut ansteigen auf 145 Prozent. Im kommenden Jahr sei allein schon wegen der schweren Rezession erneut eine Quote von deutlich mehr als 160 Prozent zu erwarten. Die Aussichten für eine Finanzierung des Staates an den Kapitalmärkten nach dem Ende des laufenden Rettungsprogramms 2014 sei sehr unsicher.

Denn der Absturz der griechischen Wirtschaft setzt sich unvermindert fort. Experten fürchten, dass das BIP 2012 erneut um bis zu acht Prozent schrumpft nach voraussichtlich rund 6,5 Prozent 2011. "Es handelt sich wohl um die schwerste Rezession der Nachkriegszeit in einem westlichen Land", sagte Barry Eichengreen, Wirtschaftshistoriker an der Universität Berkeley, der "Financial Times Deutschland" (FTD).

Die Rezession ist eine Folge des radikalen Sparkurses der Regierung: Athen verringerte das Budgetdefizit, unter Herausrechnung von Konjunktureinflüssen und Zinslast, zwischen 2010 und 2011 laut Berechungen der Berenberg Bank für die FTD um 11,5 Prozent. Das Ausmaß dieser Konsolidierung ist laut Industrieländerklub OECD historisch beispiellos.