Frontal-Kollision

Viele Tote bei schwerem Zugunglück in Polen

Bei einem schweren Zugunglück im Süden Polens hat es 15 Tote und viele Verletzte gegeben. Zwei Züge waren auf demselben Gleis zusammengestoßen.

Foto: dpa / dpa/DPA

Beim Frontalzusammenstoß zweier Züge im Süden Polens sind am Samstagabend 15 Menschen getötet und rund 60 weitere verletzt worden. Die Bilanz des Unglücks in dem Ort Szczekociny liege derzeit bei 15 Toten, sagte Innenminister Jacek Cichocki am Unglücksort. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden bei der Kollision gegen 21 Uhr rund 60 Menschen verletzt, die Hälfte davon schwer.

Nach Angaben der Bahn war der eine Zug auf der Strecke von Warschau nach Krakau unterwegs, während der andere in der entgegengesetzten Richtung von Przemysl nach Warschau fuhr. Aus noch ungeklärten Gründen waren sie auf demselben Gleis unterwegs.

Die Behörden leiteten ein Ermittlungsverfahren ein, um die genauen Umstände und Ursachen des Unglücks zu klären. Szczekociny liegt rund 80 Kilometer nördlich von Krakau in der Woiwodschaft Schlesien.

Menschen sind eingeschlossen

„Dies ist die schlimmste Katastrophe seit Jahren“, sagte Ministerpräsident Donald Tusk, der ebenso wie Cichocki an den Unglücksort geeilt war. Nach Regierungsangaben wollten sich zudem Verkehrsminister Slawomir Nowak und Gesundheitsminister Bartosz Arlukowicz nach Szczekociny begeben. Das Unglück war das schwerste Zugunglück seit 1990, als bei der Kollision zweier Vorortzüge in Warschau 16 Menschen starben.

Ein Feuerwehrmann sagte dem Nachrichtensender TVN24, sie seien in Kontakt mit mehreren Menschen, die in den zerstörten Zügen eingeschlossen seien. Cichocki sagte, keiner der Eingeschlossenen sei mehr bei Bewusstsein. Berichten zufolge wurden bei der Kollision beide Lokomotiven sowie drei Waggons aus den Gleisen geworfen und weitgehend zerstört. Rund 450 Feuerwehrleute und hundert Polizisten waren im Einsatz.

Furchtbarer Lärm vor Unglück

Überlebende sagten der polnischen Nachrichtenagentur PAP, es habe einen furchtbaren Lärm gegeben und sie seien von ihren Sitzen gefallen. Sie hätten mehrere Leichen gesehen, sowie Körperteile inner- und außerhalb des Zuges.

Ein Feuerwehrmann sagte, der Grad der Zerstörung sei enorm. Nach Schätzungen der Bahn befanden sich rund 350 Menschen an Bord der beiden Züge. Behördenvertretern sprachen von bis zu 30 Schwerverletzten.