Hertha verliert

Club siegt zum Jubiläum – Skibbes Debüt misslingt

Der 1. FC Nürnberg hat sein 1000. Bundesliga-Spiel mit einem Heimsieg gegen Hertha BSC gekrönt. Michael Skibbes Debüt ging gründlich daneben.

Während der 1. FC Nürnberg den erhofften Sieg im 1000. Bundesliga-Spiel ausgelassen feierte, trottete Michael Skibbe nach seinem verpatzten Einstand mit gesenktem Kopf in Richtung Kabine. Der neue Trainer von Hertha BSC Berlin war nach dem 0:2 (0:1) beim Jubiläums-Club erst einmal bedient - zumal die Hertha nach dem siebten sieglosen Spiel in Serie in immer gefährlichere Regionen abrutscht.

„Ich bin sehr traurig. Das war eine ganz enge Begegnung mit dem glücklicheren Ende beim FCN. Hoffentlich können wir die Scharte gegen den HSV auswetzen“, sagte Skibbe mit Blick auf das Heimspiel am kommenden Samstag gegen Hamburg.

Dass die Hertha längst im Abstiegskampf angekommen ist, wollte der Nachfolger von Markus Babbel nach der Enttäuschung beim Club, der nach seinem zweiten Ligasieg in Folge sogar an den Berlinern vorbeiziehen konnte, erst gar nicht verleugnen. „Jeder weiß dies. Dadurch, dass die anderen Vereine gepunktet haben, müssen wir jetzt nachlegen. Wir wollen 40 Punkte“, betonte Skibbe.

Auch seine Profis wollten die kritische Situation nicht schönreden. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht noch weiter reinrutschen. Wir wissen, dass wir hart arbeiten müssen, um unser Ziel zu erreichen. Es gilt jetzt, mal wieder zu siegen“, sagte Peter Niemeyer. Auch Ersatz-Kapitän Christian Lell forderte, „dass wir jetzt in die Puschen kommen und eine Reaktion zeigen müssen“.

Warum es in Nürnberg nicht klappte, lag für Lell auf der Hand: „Uns hat der letzte Biss und der letzte Wille gefehlt.“ Niemeyer ergänzte: „Nach vorne wurde es bei uns immer dünner. Wir haben uns viel vorgenommen, konnten dies aber nicht umsetzen.“


"Wir haben keine Chancen kreiert"

Den im Winter vollzogenen Wechsel auf der Trainerposition und mögliche Anpassungsprobleme wollten beide Profis nicht als Grund für die Niederlage gelten lassen. „Es hat sich ja nicht viel geändert bei uns. Daran lag es sicher nicht. Wir haben einfach keine Chancen kreiert“, sagte Lell.



Beim Club war dagegen die Welt nach dem wichtigen Sieg durch Treffer von Alexander Esswein (43.) und Dominic Maroh (85.) in Ordnung - auch wenn 39.117 Zuschauer beim außergewöhnlichen Jubiläum nicht gerade einen fußballerischen Leckerbissen zu sehen bekamen. „Wir haben Fußball gearbeitet“, meinte FCN-Coach Dieter Hecking, für den letztendlich im 1000. Bundesligaspiel aber nur der 319. Sieg zählte: „Deshalb bin ich sehr zufrieden. Die Tabelle sieht für uns nun auch ein bisschen besser aus.“

Insbesondere freute Hecking die Tatsache, dass sein Team die vielen Ausfälle kompensieren konnte. „Wir haben trotz aller Probleme eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt. Wir hatten natürlich den ein oder anderen Fehlpass zu viel, aber wir haben als Mannschaft funktioniert. Das gibt mir ein gutes Gefühl.“

Am Freitag wollen die Franken bei Heckings Ex-Klub Hannover nachlegen. Der Erfolg gegen Hertha gebe wieder „mehr Selbstvertrauen“, sagte Hecking und fügte mit einem Schmunzeln an: „Jetzt noch 16-mal das Gleiche - dann haben wir unser Ziel erreicht.“