Atomstreit

Iran bereitet mit Raketentest "Kriegssituation" vor

Der Iran beginnt mit der Vorbereitung von Raketentests. Der Abschluss der Übung soll die Marine darauf vorbereiten, "dem Feind in einer Kriegssituation entgegenzutreten".

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Verwirrung um die geplanten Raketentests des Iran: Nachdem die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars erst gemeldet hatte, das Land habe bereits am Samstag mit den Tests begonnen, sagte der stellvertretende Marine-Befehlshaber Admiral Mahmud Musawi dem englischsprachigen Sender "Press TV" jetzt: "Der Test von Raketen wird in den nächsten Tagen erfolgen."

Es sei der Abschuss von verschiedenen Raketentypen geplant. Noch am Samstag sollten Zielattrappen im Meer postiert werden, um die jeweiligen Tests vorzubereiten. Am Freitag hatte Musawi gegenüber Fars erklärt: "Der letzte Teil der Übung soll die Marine darauf vorbereiten, dem Feind in einer Kriegssituation entgegenzutreten."

Die Islamische Republik hatte mit der Schließung der weltweit wichtigsten Ölhandelsroute gedroht, falls der Westen im Streit um das Atomprogramm des Iran wie angekündigt die iranischen Ölexporte mit Sanktionen belegt. Durch die Straße von Hormus flossen 2009 etwa ein Drittel des weltweit über das Meer transportierten Öls.

Die USA warnten den Iran mit deutlichen Worten vor einer Blockade der Straße von Hormus und schließen in dem sich zuspitzenden Konflikt auch militärische Mittel grundsätzlich nicht aus. Am Donnerstag hatten die USA bekanntgegeben, zur Wahrung der Sicherheit am Golf ihrem langjährigen Verbündeten Saudi-Arabien Kampfflugzeuge und andere Waffen im Wert von knapp 30 Milliarden Dollar zu verkaufen .

Der Iran sei eindeutig eine der Bedrohungen, der Saudi-Arabien und andere Länder der Region ausgesetzt seien – auch wenn der Verkauf nicht allein gegen den Iran ziele, erklärte die Regierung in Washington.

Der Konflikt zwischen dem Westen und dem Iran hat sich verschärft, nachdem sich nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) der Verdacht erhärtet hat, dass das Land nach Atomwaffen strebt. Die Islamische Republik weist dies zurück.

Die Europäische Union (EU) will Ende Januar neue Strafmaßnahmen gegen den Iran verhängen. Offenbar ist der Iran zu weiteren Gesprächen mit der sogenannten Sechsergruppe bereit. Chefunterhändler Said Dschalili wolle sich in einem Brief an die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton dazu bereiterklären, sagte Irans Botschafter in Deutschland, Aliresa Scheich Attar, am Samstag der halbamtlichen Nachrichtenagentur Mehr. Zu der Sechsergruppe gehören die fünf UN-Vetomächte und Deutschland.

Der Ölpreis werde sich im Fall von neuen Sanktionen dramatisch verteuern, sagte Irans Ölminister Rostam Kasemi der Wochenzeitung "Aseman". "Der Ölpreis wird mindestens auf über 200 Dollar pro Fass steigen." Ein Fass (159 Liter) der Sorte Brent kostet derzeit rund 107 Dollar.