Atomstreit

US-Marine bereit für "böswillige Aktionen" gegen Iran

Nach der iranischen Drohung mit einer Blockade von Öltransporten im Persischen Golf verschärfen die USA ihren Ton. Die Seeweg-Blockade werde "nicht toleriert".

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Auf die vom Iran angedrohte Blockade eines für den Öltransport wichtigen Seewegs haben die USA mit einer Warnung in Richtung Teheran reagiert. Eine Behinderung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus würde „nicht toleriert“, sagte eine Sprecherin der 5. Flotte der US-Marine am Mittwoch.

Die Marine sei „immer bereit, böswilligen Aktionen zu kontern, um die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten“. Zuvor hatte der Iran damit gedroht, die Straße von Hormus angesichts einer möglichen weiteren Sanktionsrunde des Westens zu sperren.

Eine Sperrung der Straße von Hormus würde Teheran nach Auffassung des iranischen Marinekommandeurs Admiral Habibollah Sajjari vor keine größeren Probleme stellen. Die iranischen Streitkräfte hätten die Kontrolle über die Meerenge und könnten sie leicht schließen, sagte Sajjari dem staatlichen Fernsehsender Press TV am Mittwoch.

Die Straße von Hormus liegt zwischen dem Iran und Oman und ist eine bedeutende Schifffahrtsstraße zu den Ölhäfen Irans und der Golfstaaten. Bereits am Dienstag hatte der iranische Vizepräsident Mohammed Resa Rahimi mit der Schließung der Straße von Hormus gedroht , sollte der Westen seine Sanktionen auf iranische Ölexporte ausdehnen.

Energieexpertin: Blockade sei beherrschbar

Eine mögliche Blockade der Straße wäre nach Ansicht der Energieexpertin Claudia Kemfert beherrschbar. Sollte es wirklich zu einer kompletten Schließung dieser wichtigen Handelsroute kommen, falle zwar ein wichtiger Öl-Transportweg weg, sagte die Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch „Handelsblatt Online“.

Doch würde dies nicht sofort zu Engpässen führen, da teilweise auf alternative Transportrouten ausgewichen werden könne und es ein Überangebot an Öl auf dem internationalen Markt gebe.

Um die Meeresenge zu schließen, müsste die iranische Marine die Wasserstraße verminen und einige passierende Schiffe direkt angreifen, sagte der Analyst am Militärinstitut für den Nahen Osten und die Golfregion in Dubai, Theodore Karasik. „Sie müssten fremdes Eigentum physisch angreifen. Jeder in der Region wird versuchen, sie zu stoppen“, sagte Karasik.

Derzeit findet in internationalen Gewässern nahe der Straße von Hormus ein zehntägiges Manöver der iranischen Marine statt. An den Übungen sind seit Samstag auch U-Boote und Drohnen beteiligt. Zudem werden Raketen und Torpedos getestet.

Golfstaaten könnten Öllieferungen ersetzen

Nach den Drohungen aus Teheran erklärten die Golfstaaten, sie könnten ausfallende iranische Öllieferungen auf dem Weltmarkt ersetzen. Sie seien vorbereitet, einen möglichen Verlust iranischen Öls auszugleichen, teilte ein ranghoher Vertreter des saudischen Ölministeriums am Dienstag mit.

Angesichts der saudischen Ankündigung ließ der zuvor angestiegen Ölpreis am Mittwoch nach. Im vormittäglichen Handel ging der Preis für Rohöl in New York um 1,99 Dollar oder rund zwei Prozent auf 99,35 Dollar pro Barrel (etwa 159 Liter) zurück. In London fiel der Preis für ein Barrel Rohöl um 2,20 Dollar auf 107,07 Dollar.

Der Iran ist mit täglich rund vier Millionen Barrel Rohöl der zweitgrößte Produzent innerhalb der Organisation Erdölexportierender Staaten (OPEC). Die Umsätze aus dem Ölexport machen etwa 80 Prozent der Staatseinnahmen aus.