Hohe Position

Gysi will Führungsrolle für Lafontaine im Bundestag

Gregor Gysi bringt Oskar Lafontaine für die Fraktionsspitze ins Gespräch. Im Saarland sei er "ein bisschen unterfordert".

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Linksfraktionschef Gregor Gysi schlägt eine Führungsrolle für Oskar Lafontaine im Bundestag vor. Der Saarländer könne "selbstverständlich" wieder eine hohe Position unter den Linke-Abgeordneten übernehmen, sagte Gysi in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd.

Er erinnerte sich an die Zeit von 2005 bis 2009, als er gemeinsam mit Lafontaine den Linke-Abgeordneten vorgestanden hatte: "Wir haben damals als Fraktionsvorsitzende eine gute Arbeitsteilung gefunden und wir kommen gut miteinander aus."

Vorschlag für eine kooperative Führung ausarbeiten

Gysi betonte sein gutes Verhältnis zu Lafontaine. "Noch nie haben Sie etwas von mir gegen ihn gehört, umgekehrt genauso wenig, selbst wenn es Ärger gab", sagte er. Das sei entscheidend. In seiner derzeitigen Position als Fraktionschef im Saarland sei Lafontaine "ein bisschen unterfordert", urteilte Gysi.

Eine Rückkehr des 68-Jährigen an die Parteispitze erklärte er jedoch für unwahrscheinlich. Er distanzierte sich zugleich von Forderungen nach einem Mitgliederentscheid über die künftigen Parteivorsitzenden. Der Vorschlag, bis Mitte Januar einen Vorschlag für eine kooperative Führung auszuarbeiten, sei gut. "Es wäre mir sehr recht, wenn alle akzeptierten, dass wir den Parteivorstand so bilden", sagte Gysi. Damit sei man die Personaldiskussion los.

Mögliche Differenzen seien nicht entscheidend

Zu seiner Vorstellung der künftigen Doppelspitze sagte Gysi: "Ich wünsche mir zwei Menschen an der Spitze, die bereit sind zu führen, die auch nicht beratungsresistent sind, die den Jungen wie den Älteren zuhören, die eine Vorstellung für die längerfristige Zukunft haben, die Öffentlichkeit herstellen können und die gut miteinander auskommen." Mögliche politische Differenzen zwischen den beiden Parteichefs seien nicht entscheidend. Vielmehr komme es auf "die Charaktere" an.

Die Linke wählt im Sommer 2012 auf einem Parteitag in Göttingen eine neue Führungsspitze. Derzeit wird die Partei von Gesine Lötzsch und Klaus Ernst geführt.