Trainer-Hickhack

Hertha will mit Babbel die Winterpause erreichen

Herthas Manager Michael Preetz fordert Ruhe – und einen Heimsieg gegen Schalke. Nach dem letzten Spiel des Jahres wird er mit Trainer Markus Babbel Klartext reden.

Foto: picture alliance / City-Press Gb / picture alliance / City-Press Gb/picture alliance

Die handelnden Personen stehen unter Beobachtung. So tauschte sich Hertha-Trainer Markus Babbel (39) mit Amateurtrainer Karsten Heine aus, das Duo war sich auf dem Parkplatz zufällig begegnet. "Der Nachfolger wird eingeweiht", witzelte ein Beobachter. Wahrscheinlicher als die Inthronisierung von Heine als Profi-Trainer ist, dass das Duo darüber sprach, welche Profis am Samstag bei den Regionalliga-Amateuren gegen den VfB Lübeck spielen werden. Wenige Augenblicke später wurde Babbel beäugt, wie die Stimmung auf der Pressekonferenz zwischen ihm und seinem Vorgesetzten Michael Preetz ist: Distanziert? Kritisch?

Hertha empfängt am Freitag den FC Schalke (ab 20.30 Uhr im Live-Ticker von Morgenpost Online) – nach der Entwicklung der vergangenen Wochen rund um den Trainer knistert es. Die Nachricht vom Medienauftritt: "Das müssen wir jetzt über uns ergehen lassen", sagte Babbel. "Wichtig ist, dass Michael und ich Bescheid wissen. Wir sprechen jeden Tag miteinander."

Einträchtig saßen Trainer und Manager nebeneinander. Preetz wich der Frage zum Binnenverhältnis mit Babbel aus und sagte: "Der Kern ist die Mannschaft. Die belastet nicht, was im Moment geschrieben wird. Sie arbeitet gut. In den letzten Partien waren es nur Kleinigkeiten, die gefehlt haben."

Die Botschaft, die Herthas Führung rüberbringen will: Das blau-weiße Schiff läuft. Der Aufsteiger will in der jetzigen personellen Konstellation, also mit Babbel, die Weihnachtspause erreichen: Alle Konzentration auf den Jahres-Endspurt mit den Partien gegen Schalke, in Hoffenheim (17. Dezember) sowie dem Achtelfinal-Pokalspiel gegen Kaiserslautern (21.).

Unmittelbar im Anschluss wird intern Klartext gesprochen. Und es gibt eigentlich niemanden, der darauf wettet, dass Babbel seinen im Juni auslaufenden Vertrag in Berlin verlängert. Hingegen spricht einiges dafür, dass Hertha im Januar mit einem neuen Übungsleiter in die Rückrunde gehen wird. Als aussichtsreicher Kandidat gilt Mike Büskens, der derzeit Zweitligist Greuther Fürth trainiert.

Doch bis zur Winterpause wollen Babbel und Preetz die ordentliche Hinrunde (Platz neun mit 19 Punkten) in eine gute verwandeln. "Wir wollen drei Punkte gegen Schalke", gibt Preetz dem Trainer und der Mannschaft vor. Wissend, dass nur eines der letzten acht Liga-Spiele gewonnen hat. Herthas Bilanz gegen Schalke ist dürftig. Der letzte Heimsieg datiert vom September 2006. Damals sorgte Christian Gimenez mit einem Doppelpack für ein 2:0.

"Wir wissen, dass das für unsere Fans ein besonderes Spiel ist", sagte Babbel. Mit Ausnahme von Maik Franz (Kreuzbandriss) stehen alle Akteure zur Verfügung. Gegenüber dem 1:1 in Kaiserslautern aus der Vorwoche wird lediglich ein Wechsel erwartet: Nikita Rukavytsya wird seinen Platz in der Startelf an Änis Ben-Hatira abtreten müssen.