Champions League

ManCity schlägt Bayerns B-Elf und fliegt raus

Die Münchner traten mit einem Reserveteam bei Manchester City an. Die Engländer setzten sich locker durch, spielen aber nur noch in der Europa League weiter.

Foto: AFP

Der letzte Spieltag der Champions-League-Vorrunde endete ohne deutschen Sieg. Nach Leverkusens Unentschieden in Genk und der Dortmunder Niederlage gegen Marseille verlor auch der FC Bayern seinen finalen Auftritt vor der K.o.-Runde. Der Rekordmeister unterlag bei Manchester City 0:2 (0:1).

Es war eine schmerzlose und durchaus kalkulierte Pleite, standen die Bayern doch schon vor dem Anpfiff als Gruppensieger im Achtelfinale. Manchester nutzte der Sieg jedoch nichts. Da der SSC Neapel 2:0 (0:0) beim FC Villarreal gewann , steigt die Startruppe als Dritte in die Europa League ab.

166,5 Millionen auf der Bank

„Wir hatten vor dem Match große personelle Probleme. Die Mannschaft, die auf dem Platz gestanden hat, hat kämpferisch überzeugt und alles gegeben, was möglich war. Aber gegen eine City-Mannschaft, die komplett war und noch Hoffnungen aufs Weiterkommen hatte, ist es natürlich sehr schwer“, sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes: „Wichtig war, dass wir Gruppensieger sind.“

„Nach dem, was geleistet wurde, kann man auch mal eine Verschnaufpause einlegen. Da ist es legitim, dass Jupp Henyckes sein Augenmerk auf das Spiel am Sonntag in Stuttgart legt“, meinte Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer bei Sat.1.

Die Bayernbank wurde ihrem Namen in Manchester im doppelten Sinne gerecht. Zum einen diente sie als Sitzgelegenheit, zum anderen befand sich auf ihr enormes Kapital. 166,5 Millionen Euro, um genau zu sein. Laut transfermarkt.de ist dies der gesammelte Marktwert der Herren Neuer, Lahm, van Buyten, Müller, Usami, Ribery und Gomez.

Kroos und Robben in München

Da die erkrankten Kroos und Robben gar nicht erst angereist waren, ahnt der Fußballfachmann schon, dass für die Startelf nicht mehr viel Prominenz übrig blieb. Tatsächlich nahm Trainer Jupp Heynckes ob des feststehenden Gruppensieges und einer im Kader grassierenden Grippewelle sieben Änderungen im Vergleich zum 4:1 gegen Werder Bremen vom Wochenende vor.

Mehr B-Elf geht kaum. Und so fragte sich der neutrale Beobachter, wie ernst es die Bayern mit ihrer Ankündigung meinten, dieses Spiel absolut seriös angehen zu wollen.

Die Zweifel konnten nur anfangs zerstreut werden, da Heynckes zu diesem Zeitpunkt mit seiner neuen Taktik noch Erfolg hatte. Der Rekordmeister schlüpfte in eine Rolle, die sonst nur allzu gerne der Gegner einnimmt.

Die Münchner stellten sich hinten rein und ließen Manchester City machen. Das aber machte nicht viel. Statisch, uninspiriert, beinahe gelähmt wirkten die Angriffsversuche der englischen Startruppe. Einzig ein Kopfball von Sergio Agüero über die Latte brachte einen Hauch Gefahr (6.).

Silva trifft aus 20 Metern

Einen wie den argentinischen Stürmer werden die Bayern übrigens nicht verpflichten. Zumindest nicht im Frühstadium. Nach den vielen Enttäuschungen auf dem südamerikanischen Markt entschlossen sich die Münchner, das Scouting auf dem gesamten Kontinent einzustellen.

„Wir werden keinen jungen Spieler aus Südamerika mehr holen , das hat keinen Sinn“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der „Sportbild“. Stattdessen sollen vor allem regionale Talente entdeckt und gefördert werden. Wie zum Beispiel David Alaba, der ja aus dem benachbarten Österreich stammt und in Manchester die beste Tormöglichkeit der Gäste hatte. Leider traf er das Tor nicht (18.).

Als der Kick endgültig auf dem Spannungsniveau der letzten Bauer-sucht-Frau-Gewinnspielfrage ankam („Was gibt die Kuh? A) Milch B) Kaffee“), ging Manchester ohne Vorwarnung in Führung. David Silva schloss den ersten vernünftigen Angriff mit einem fulminanten 20-Meter-Schuss ab (36.).

Entscheidung in der 52. Minute

Torwart Hans-Jörg Butt hatte keine Chance und musste in der Folge zusehen, wie sich die Engländer ihre Führung nachträglich verdienten. Plötzlich drehten sie auf und vergaben bis zur Pause noch drei gute Möglichkeiten. „Die Mannschaft hat lange Zeit gut gestanden, nur spielerisch lief es noch nicht so flüssig“, bemerkte Manager Christian Nerlinger äußerst treffend.

In der zweiten Hälfte klappte nicht einmal mehr das mit dem Gutstehen. Manchester übernahm endgültig das Kommando und besorgte in der 52. Minute die Entscheidung. Nach schöner Vorarbeit des ehemaligen Wolfsburgers Edin Dzeko war Yaya Toure frei durch und schob Butt den Ball zum 2:0 durch die Beine. Gebracht hat es City aber wie schon erwähnt nichts, der Tabellenführer der Premier League ist ausgeschieden.

„Natürlich sind wir enttäuscht, weil wir gerne gewonnen hätten“, sagte Jerome Boateng. „Wir haben uns trotzdem ganz gut geschlagen, dafür dass wir das erste Mal zusammengespielt haben“, fügte der deutsche Nationalspieler hinzu, der in der vergangenen Saison noch bei Manchester gespielt hatte.