Stahlkonzern

ThyssenKrupp stürzt tief in die roten Zahlen

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp hat seine Bilanzvorlage überraschend vorgezogen: Das Ergebnis ist viel schlechter ausgefallen als befürchtet.

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Der Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp ist im Geschäftsjahr 2010/2011 wegen Problemen im Amerikageschäft und mit der Edelstahlsparte kräftig in die Verlustzone gerutscht. Aufgrund von starken Wertberichtigungen in den beiden Sparten ergab sich ein Fehlbetrag von 1,783 Milliarden Euro nach einem Überschuss von 927 Millionen Euro im Vorjahr, wie die Gesellschaft mitteilte.

Der Chef des amerikanischen Stahlgeschäfts von ThyssenKrupp tritt zurück. Steel-Americas-Chef Hans Fischer verlasse das Unternehmen zum 31. Dezember, teilte ThyssenKrupp mit. Der Konzern erwarte im laufenden Geschäftsjahr 2011/12 insgesamt ein deutlich negatives Ergebnis bei Steel Americas. Die Trennung von der Edelstahlsparte solle in etwa bis zum Jahresende 2012 umgesetzt werden.

Das operative Ergebnis von ThyssenKrupp lag 2010/2011 (30.9.) bei minus 988 Millionen Euro, nach einem Plus von 1,346 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 15 Prozent auf 49,092 Milliarden Euro. Der Konzern hatte seine ursprünglich für Dienstag (6. Dezember) angekündigte Bilanzvorlage überraschend vorgezogen.

Wertberichtigungen von 2,1 Milliarden Euro bei Steel Americas und 800 Millionen Euro bei Inoxum (vorher Stainless Global) waren für den Absturz verantwortlich. Dennoch halte das Management an der „auf Kontinuität“ ausgerichteten Dividendenpolitik fest, hieß es. Vorstand und Aufsichtsrat würden der Hauptversammlung vorschlagen, für das abgelaufene Geschäftsjahr wie im Vorjahr eine Dividende in Höhe von 0,45 EUR je Stückaktie auszuschütten.