Nach Schwächeanfall

Johannes Heesters in Klinik eingewiesen

Show-Legende Johannes "Jopie" Heesters ist nach einem Schwächeanfall in eine Klinik eingewiesen worden. Die Familie ist in großer Sorge.

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Show-Legende Johannes "Jopie" Heesters ist nach einem Schwächeanfall in eine Klinik eingewiesen worden. Entgegen einem Bericht der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe) habe der 107-Jährige aber keinen Zusammenbruch erlitten, sagte Heesters' Büroleiter Thorsten Groneberg in Salzwedel auf dapd-Anfrage. Heesters' Erkrankung sei "nichts Beunruhigendes", die Unterbringung im Krankenhaus eine Vorsichtsmaßnahme, fügte Groneberg hinzu.

Heesters' Tochter Wiesje Herold sagte der "Bild"-Zeitung: "Mein Vater liegt im Krankenhaus. Er hatte am Sonntag Fieber. Wir nehmen an, dass es eine Kreislaufschwäche war. Mit 108 Jahren muss man immer denken, dass so etwas gefährlicher ist."

Laut Groneberg ist die geplante Geburtstagsgala abgesagt worden. Bei der Veranstaltung sollte Heesters zu seinem 108. Geburtstag seinen zehnten Bambi verliehen bekommen. "Er muss zunächst wieder zu Kräften kommen", erläuterte der Büroleiter.

Möglicherweise werde zu dem Termin eine kleinere Privatfeier stattfinden, auf der Heesters den Bambi entgegennehmen werde. "Das werden wir kurzfristig entscheiden."

Heesters ist laut Guinness-Buch der Rekorde der älteste aktive Schauspieler der Welt und steht seit rund 90 Jahren auf der Bühne. Er wurde als Johan Marius Nicolaas Heesters 1903 in Holland geboren, wo er auch seine Karriere startete. Ab 1935 stieg er zum Ufa-Leinwandhelden der leichten Muse auf.

Paraderolle in "Die lustige Witwe"

Berühmt wurde Heesters unter anderem mit Filmen wie "Der Bettelstudent" (1936) an der Seite von Marika Rökk, "Karneval der Liebe" (1942) und als Graf Danilo in Franz Lehárs Operette "Die lustige Witwe" – seine Paraderolle, die er mehr als 1.600 Mal spielte. "Heut' gehen wir ins Maxim" wurde zu seiner Erkennungsmelodie.

Umstritten ist seine Rolle als Unterhaltungsstar während des Nationalsozialismus' und sein Besuch im Konzentrationslager Dachau 1941. Der Publizist Volker Kühn hatte 2008 unter Berufung auf einen Augenzeugen berichtet, dass Heesters während seines verbrieften Besuchs in dem KZ auch vor der SS-Wachmannschaft aufgetreten war.

Der Künstler hat dies bestritten und erfolglos auf Unterlassung und Widerruf der Äußerungen geklagt. 2010 legten Heesters und Kühn ihren Rechtsstreit mit einem Vergleich bei.