US-Präsidentenwahl 2012

Sarah Palin verzichtet auf Kandidatur gegen Obama

Die ehemalige Gouverneurin von Alaska will nicht für die US-Republikaner antreten. Weil das, so Palin, einen Sieg des Demokraten Obama bedeuten würde.

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Die konservative US-Politikerin Sarah Palin will bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr nicht gegen Amtsinhaber Barack Obama antreten. Palin erklärte, sie werde sich nicht um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bewerben. Sie und ihr Ehemann Todd wollten sich in dieser Reihenfolge Gott, der Familie und dem Land widmen.

Palin, die frühere Gouverneurin von Alaska, sagte in einem Radiointerview, sie wolle auch nicht als Kandidatin einer anderen Partei antreten, weil dies Obama die Wiederwahl sichern würde. Sie habe ihre Entscheidung „nach vielen Gebeten und ernsthaftem Nachdenken“ getroffen, erklärte Palin. Sie könne ihre politischen Ziele besser als Privatperson ohne politisches Amt verfolgen.

Palin fiel in Umfragen seit Monaten zurück

Palin war bis 2009 Gouverneurin von Alaska. Bei den Präsidentenwahlen 2008 trat sie als Vize an der Seite des republikanischen Kandidaten John McCain an, der dann gegen Obama klar verlor. Zeitweise galt die konservative Politikerin als Ikone der populistischen Tea-Party-Bewegung. Sie deutete mehrfach an, sie könne sich eine Kandidatur 2012 vorstellen.

Der Schritt, nicht zu kandidieren, war von vielen Republikanern erwartet worden – vor allem, seit ihre Konkurrentin Michele Bachmann sich als Kandidatin der Tea-Party-Bewegung zunehmend profiliert. In Umfragen war Palin schon seit Monaten zurückgefallen.

Es heißt, die strikt konservative Politikerin polarisiere die Amerikaner zu sehr. Republikanische Parteistrategen sehen jetzt aber auch eine Chance für andere Kandidaten, die sich mit Palin zusammentun könnten.

New York Times – Typisches Manöver für Palin

Die „New York Times“ schrieb, Palins Rückzug sei typisch für sie. Sie habe damit ein „Katz-und-Maus-Spiel“ beendet. Kurzfristig seien die Auswirkungen für die Partei minimal, langfristig könne das anders aussehen: Palin habe bei den Zwischenwahlen im vergangenen Jahr bewiesen, dass sie viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte.

Einen Tag zuvor hatte bereits der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, angekündigt, sich nicht um die Präsidentschaft bewerben zu wollen. Derzeit gelten der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, und der Gouverneur von Texas, Rick Perry, als Favoriten bei den Republikanern. Aber auch dem Abgeordneten Ron Paul aus Texas und dem früheren Unternehmer Herman Cain werden noch Chancen eingeräumt.