Polnischer Unabhängigkeitstag

92 "aggressive" Deutsche in Warschau festgenommen

Am polnischen Unabhängigkeitstag ist es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen rechtsnationalen und linksautonomen Demonstranten gekommen.

Bei Ausschreitungen am polnischen Unabhängigkeitstag sind in Warschau 92 Deutsche festgenommen worden.

Polizeisprecher Maciej Karczynski beklagte am Samstag "aggressives" Verhalten der Demonstranten gegenüber Passanten und der Polizei. Polnischen Medien zufolge wurden vor allem Linksautonome festgenommen, die am Freitag gegen einen Aufmarsch von Nationalisten protestierten.

Insgesamt sprach die Polizei von 210 Festgenommenen, darunter auch ein Spanier, ein Ungar und ein Däne. An dem Aufmarsch der Nationalisten, zu dem sich auch hunderte Fußballfans gesellten, nahmen mehrere tausend Menschen teil. Rund 2000 linksgerichtete Demonstranten und Anarchisten wollten den Nationalisten den Weg versperren. Als die linksgerichteten Demonstranten von der Polizei umstellt wurden, seien sie aggressiv geworden, sagte Polizeisprecher Karczynski.

40 Polizisten verletzt

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte am Samstag, die Botschaft in Warschau sei mit dem Fall befasst und stehe mit den polnischen Behörden in Kontakt. Sie bemühe sich um Aufklärung der Vorgänge.

Über die genaue Zahl der Verletzten konnte die polnische Polizei zunächst keine Angaben machen. Einschließlich der 40 Polizisten habe es "dutzende" Verletzte gegeben. Demonstranten warfen den Angaben zufolge Steine und Flaschen in Richtung der Polizei. Diese setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Nationalistische Demonstranten setzten mehrere Fahrzeuge in Brand, darunter zwei Übertragungswagen privater TV-Stationen.

Der polnische Unabhängigkeitstag wird am 11. November gefeiert, weil an diesem Tag 1918 die Zweite Polnische Republik begann. Im 19. Jahrhundert war Polen zwischen Russland, Preußen und Österreich-Ungarn aufgeteilt.