Bundesanwaltschaft

Rechtsextreme sollen Döner-Morde begangen haben

Die rechtsextremen mutmaßlichen Mörder einer Heilbronner Polizistin sind womöglich auch für die Dönerbuden-Morde verantwortlich. Die Bundesanwaltschaft ermittelt.

Im Polizistenmord von Heilbronn übernimmt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen. Der Fall stehe wahrscheinlich in Zusammenhang mit einer Mordserie an neun türkischstämmigen und griechischen Opfern zwischen 2000 und 2006 in mehreren deutschen Städten sowie einer schweren Brandstiftung in Zwickau im November.

„Es liegen zureichende Anhaltspunkte dafür vor, dass die Mordtaten einer rechtsextremistischen Gruppierung zuzurechnen sind“, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Im Wohnmobil von zwei bei Eisenach in Thüringen tot aufgefundenen mutmaßlichen Bankräubern wurden die Dienstwaffen der Heilbronner Polizisten sichergestellt. In der Wohnung der Männer in Zwickau wurde zudem die Pistole aufgefunden, mit der in den Jahren 2000 bis 2006 die sogenannten Döner-Morde verübt wurden.

Die Verbrechensserie hatte den Ermittlern seit Jahren Rästel aufgegeben. Denn alle Opfer wurden mit einer 7,65-Millimeter-Pistole erschossen. Das erste Opfer war ein türkischer Blumenhändler aus Nürnberg, der am 9. September 2000 erschossen worden war. Es folgten bis 2008 weitere Morde in Nürnberg (2001, 2005), Hamburg (2001), München (2001, 2005), Rostock (2004) und Dortmund (2006). Zuletzt war am 6. April 2006 der 21-jährige Halit Y., Betreiber eines Internetcafés an der Holländischen Straße, in Kassel mit einem Kopfschuss getötet worden.

Nach den bisherigen Erkenntnissen verfügten die verstorbenen Männer wie auch ihre mittlerweile verhaftete Gefährtin bereits Ende der 1990er-Jahre über Verbindungen zu rechtsextremistischen Kreisen. In der Zwickauer Wohnung wurden außerdem Beweise sichergestellt, die auf ein rechtsextremes Motiv der Mordtaten hindeutet.

Gegen die Frau bestehe der Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in Tateinheit mit Mord und versuchtem Mord sowie der schweren Brandstiftung. Auch weitere Verdächtige aus rechtsextremistischen Kreisen könnten in die Taten verstrickt sein.