Ingvar Kamprad

Ikea-Gründer soll aktiver Nazi gewesen sein

Ein Buch behauptet: Ikea-Gründer Kamprad war Funktionär in einer nationalsozialistischen Jugendorganisation. Bis 1950 soll er Kontakte zu Nazi-Sympathisanten gepflegt haben.

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Der Ikea-Gründer Ingvar Kamprad hat offenbar in seiner Jugend engere Beziehungen zu den Nationalsozialisten unterhalten als bislang bekannt. Die schwedische Autorin und Journalistin Elisabeth Asbrink schreibt in einem neuen Buch, der schwedische Geheimdienst habe eine Akte über Kamprad angelegt und heimlich dessen Briefe geöffnet.

Kamprad, der heute 85 Jahre alt ist, habe „eine Art Funktionärsposition“ bei einer nationalsozialistischen Jugendorganisation igehabt, heißt es in dem Buch, und dort auch Mitglieder geworben. Bis mindestens 1950 soll er Kontakt zu Nazi-Sympathisanten gehabt haben – und damit zwei Jahre länger als Kamprad bislang zugegeben hatte.

Sein Sprecher Per Heggenes sagte, Kamprad habe von der Akte nichts gewusst und betrachte seine damaligen Aktivitäten nach wie vor als „größten Fehler“ seines Lebens.

Bereits im Jahr 1994 war bekannt geworden, dass Kamprad eine rechte Organisation bis 1945 finanziell unterstützt hatte. Er selbst entschuldigte sich und bezeichnete sein damaliges Verhalten als "Dummheit".

Das ist nicht der einzige Skandal um den geheimnisumwölkten Ikea-Gründer. Im Januar behauptete eine schwedische TV-Dokumentation, dass Kamprad das Unternehmen über eine Stiftung kontrolliere und so Steuern hinterziehe . Kamprad sagte dazu allerdings, er habe keine Kontrolle über die Stiftung. Er lebt seit 1975 in der Schweiz, weil er die hohen Steuern in Schweden nicht zahlen will.

Zu seinen drei Söhnen hat er offenbar ein schlechtes Verhältnis: Immer wieder bezeichnete er sie öffentlich als untauglich für seine Nachfolge .