Gaza-Streifen

Palästinenser und Israel einigen sich auf Waffenruhe

Militante Palästinenser haben sich erneut auf einen Waffenstillstand mit Israel geeinigt. Vermittelt habe das Abkommen Ägypten.

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Unter dem Eindruck anhaltender israelischer Luftangriffe haben die radikalen Palästinensergruppierungen im Gazastreifen eine neue Waffenruhe vereinbart. Das sagte ein ranghoher Vertreter der Gruppe Islamischer Dschihad. Zuvor waren bei einem israelischen Angriff zwei weitere Palästinenser getötet worden.

Die Waffenruhe sollte nach Mitternacht Ortszeit in Kraft treten, sagte der Vertreter des Islamischen Dschihads, Nasis Assam. Die Gruppe hatte zuvor angekündigt, ihren Raketenbeschuss Israels einzustellen, unter der Bedingung, dass Israel seine Angriffe stoppe.

Eine am Sonntag durch die Hamas verkündete Waffenruhe wurde nur kurz eingehalten. In den vergangenen 24 Stunden wurden laut israelischen Armeeangabeninsgesamt mehr als 15 Raketen und Mörsergranaten auf Israel vom Gazastreifen aus abgefeuert.

Israel fliegt seit Ende vergangener Woche verstärkt Luftangriffe auf den Gazastreifen. Die Armee reagiert damit auf eine Serie von Anschlägen nördlich des Badeorts Eilat am Roten Meer, bei denen vergangene Woche acht Menschen getötet worden waren.

Durch die Angriffe starben bereits mehr als 20 Palästinenser, während durch palästinensische Raketenangriffe ein Israeli ums Leben kam.

Bei einem weiteren israelischen Luftangriff wurden im Gazastreifen erneut zwei Palästinenser getötet. Dabei handelte es sich um zwei Kämpfer der El-Kuds-Brigaden, des bewaffneten Arms des Islamischen Dschihads.

Bei dem Angriff im Lager von Dschabalija nördlich von Gaza-Stadt wurde zudem ein Mensch verletzt, wie die palästinensischen Rettungskräfte mitteilten. Die israelische Armee erklärte, „Terroristen“ hätten zuvor den Grenzkontrollposten Eres attackiert und „schwer beschädigt“. Erst in der Nacht zuvor waren drei Palästinenser bei Angriffen getötet und 21 weitere verletzt worden.

Ägyptens Informationsminister Usama Hejkal erklärte der Nachrichtenagentur Mena zufolge, die Regierung in Kairo habe niemals die Absicht gehabt, ihren Botschafter aus Tel Aviv abzuziehen. Das Staatsfernsehen hatte in der Nacht zum Sonntag gemeldet, Kairo wolle aus Protest gegen die Tötung von fünf ägyptischen Polizisten auf dem Sinai seinen Botschafter abziehen. Die Beamten wurden nach den Anschlägen von Eilat möglicherweise bei einem israelischen Angriff getötet.