Linkspartei

Castro-Jubelbrief von Automat unterzeichnet

Der Unterschriftenautomat ist schuld: Das Schreiben an Fidel Castro wurde offenbar automatisch erstellt und von den Parteichefs nur zur Kenntnis genommen.

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Das selbst von eigenen Parteifreunden scharf kritisierte Glückwunschschreiben der Linkspartei-Spitze an den ehemaligen kubanischen Machthaber Fidel Castro ist überhaupt nicht von den beiden Parteichefs Gesine Lötzsch und Klaus Ernst unterzeichnet worden. Das berichtet die "Leipziger Volkszeitung". Die Unterschrift erfolgte vielmehr durch den Unterschriftenautomat der Parteiführung, der von Mitarbeitern bedient wird.

Die Zeitung schreibt unter Berufung auf interne Kommunikation in der Parteizentrale, das Schreiben sei vom Apparat der Parteizentrale erstellt und verschickt worden. Die beiden Vorsitzenden hätten es nur "vage zur Kenntnis genommen".

Erst am Montag hatte Gesine Lötzsch vor Journalisten den Glückwunsch verteidigt und nur eingeräumt, "dass man natürlich immer besser und schöner formulieren kann".

Ernst und Lötzsch zogen jetzt die Konsequenz aus dem Vorgang. In einer Hausmitteilung wurden die Parteifreunde informiert: "Liebe Genossinnen und Genossen, im Auftrag der Vorsitzenden teile ich euch mit, dass wir ab sofort keine elektronischen Unterschriften der Vorsitzenden mehr verwenden. Schreiben im Namen der Vorsitzenden werden nur dann verschickt, wenn sie persönlich von ihnen unterzeichnet sind."

Lesen Sie hier den Glückwunschbrief der Linken an Fidel Castro im Wortlaut.