Not-Operation

Giraffenbaby läuft auf einem kürzeren Bein

Kurz nach der Geburt hatte die Mutter ihrem Giraffenbaby im Thüringer Zoo mit einem Tritt das Bein gebrochen. In einer Not-OP nahmen die Ärzte sechs Zentimeter Knochen weg.

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Das verletzte Giraffenmädchen aus dem Thüringer Zoopark soll Anfang September aus der Tierklinik in Leipzig zurückkehren. „Aus dem linken Vorderbein wurden sechs Zentimeter Knochen entfernt, da sich die Bruchstelle entzündet hatte“, sagte der Erfurter Zoodirektor Thomas Kölpin.

Nach der Operation im Juni heile die Verletzung gut ab. Er hoffe, dass das so bleibt und „die Rückkehr Anfang September klappt“, äußerte Kölpin.

Die Mutter hatte dem bisher namenlosen Giraffenbaby kurz nach der Geburt im Januar durch einen Tritt den Vorderlauf gebrochen. Spezialisten der Leipziger Universitätsklinik hatten es dann mit einer Notoperation gerettet. Im Juni traten dann Komplikationen auf: Der Knochen begann, sich aufzulösen, eine weitere OP wurde nötig.

Trotz der ungleichen Beine werde das Jungtier voraussichtlich keine Schmerzen leiden, sagte Kölpin. „Bei Menschen klingen mehrere Zentimeter dramatisch, die Giraffe wird jedoch rund fünf Meter hoch.“ Sie müsse in ihrem Gehege auch nicht wie in der Wildnis vor Löwen fliehen.

„Sehr viele Menschen haben mitgezittert, nachdem die Geschichte von dem verletzten Giraffenmädchen aus Erfurt bekannt wurde“, berichtete Kölpin. Nach Rückkehr des Tiers plant der Zoopark einen Namenswettbewerb, um sich für das Mitgefühl und die Spenden der Thüringer zu bedanken. Zusammen mit dem Förderverein werde auch weiterhin Geld für die Rettung der verletzten Giraffe gesammelt. „Von der Klinik haben wir zwar noch keine Rechnung bekommen, es könnte aber ein fünfstelliger Betrag werden“, erklärte der Direktor.

Auf den Zoopark kommen zudem weitere Ausgaben zu. Das Gehege muss umgebaut werden, damit sich die Giraffeneltern und das Jungtier zunächst nur sehen und riechen – aber nicht gegenseitig verletzen können. Der Vater habe sich von Anfang neutral bis desinteressiert verhalten, sagte Kölpin. Das Muttertier habe dagegen verängstigt und aggressiv auf ihr eigenes Junges reagiert. „Wir hoffen, dass sie sich bei dessen Rückkehr ähnlich benimmt wie damals, als sie mit dem Bullen zusammengeführt wurde“, berichtete der Zoodirektor. Das Giraffenbaby habe nach seiner Geburt nur zwei Tage im Erfurter Zoo gelebt.