Goran Hadzic

Letzter serbischer Kriegsverbrecher festgenommen

Zehn Jahre war er auf der Flucht: Jetzt hat die Polizei den mutmaßlichen Kriegsverbrecher und Ex-Präsident der serbischen Minderheit Goran Hadzic gefasst.

Foto: dapd

In Serbien ist der letzte flüchtige Angeklagte des UN-Tribunals für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien, Goran Hadzic, gefasst worden. Der 52-Jährige sei am Mittwochmorgen in der Bergregion Fruska Gora nahe der nördlichen Stadt Novi Sad festgenommen worden, berichtete der serbische Fernsehsender B92.

Der staatliche Sender RTS meldete, Hadzic sei dort in einem Kloster aufgespürt worden. Es hatte bereits seit langem Gerüchte gegeben, dass er sich in einem der Klöster in der Nähe von Novi Sad versteckt halten könnte.

Serbische Regierungskreise bestätigten die Festnahme. „Damit beendet Serbien eines der schwierigsten Kapitel in der Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal“, sagte Präsident Boris Tadic.

Hadzic war der Präsident der serbischen Minderheit in Kroatien während des Bürgerkrieges (1991-1995). Ihm wird unter anderem das Massaker serbischer Verbände im ostkroatischen Vukovar im November 1991 zur Last gelegt. Damals waren 264 Kroaten ermordet worden. Hadzic war seit über zehn Jahren auf der Flucht.

Seine Verhaftung war eine Bedingung für die weitere Annäherung Serbiens an die EU. Belgrad hofft jetzt, mit der Auslieferung aller vom UN-Tribunal gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher bis zum Jahresende offiziell EU-Beitrittskandidat zu werden. Im Mai war der serbische General Ratko Mladic festgenommen und an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt worden.