"Freiheitsflotte"

Israelische Marine entert Yacht vor Gazastreifen

17 Aktivisten versuchten, mit der "Dignité-Al-Karama" Güter in den Gazastreifen zu bringen. Israel stoppte das Schiff und ließ Soldaten an Bord gehen.

Foto: AFP

Die israelische Marine hat eine französische Yacht mit pro-palästinensischen Aktivisten vor dem blockierten Gazastreifen geentert. Eine Sprecherin des Militärs bestätigte einen entsprechenden Bericht des Fernsehsenders Al-Dschasira. Soldaten seien an Bord der "Dignité-Al-Karama" gegangen, alles sei ruhig abgelaufen, sagte die Sprecherin. Es habe keine Verletzten gegeben. Die Yacht werde nun in den israelischen Hafen Aschdod geschleppt, berichtete zudem Al-Dschasira.

Die "Dignité-Al-Karama" war nach Angaben der Organisatoren mit Hilfsgütern und 17 Aktivisten an Bord auf dem Weg zum Gazastreifen. Die israelische Marine hatte das Schiff nach eigenen Angaben zunächst aufgefordert, vor dem Gazastreifen abzudrehen. Die Besatzung sei darüber informiert worden, dass sie Kurs auf ein von Israel blockiertes Gebiet vor der Küste des Gazastreifens halte. Es sei auch betont worden, dass Hilfsgüter legal auf dem Landweg und über den Hafen Aschdod in den Gazastreifen gebracht werden könnten.

Die Besatzung der „Dignité-Al-Karama“ hatte beim Auslaufen in Griechenland einen ägyptischen Hafen als Ziel angegeben. Später hatte sie erklärt, sie nehme Kurs auf den Gazastreifen. In den vergangenen Tagen hatten bereits mehrere Schiffe von Aktivisten versucht, von Griechenland aus in Richtung Gazastreifen zu fahren. Die griechischen Behörden hatten ihnen jedoch das Auslaufen verweigert.

Israel begründet die Blockade des Küstenstreifens vor allem damit, dass Waffenlieferungen an die im Gazastreifen regierende radikale Hamas unterbunden werden sollen. Menschenrechtsgruppen dagegen bezeichnen die Abriegelung als unrechtmäßig. Sie verweisen darauf, dass die rund 1,5 Millionen Palästinenser, die im Gazastreifen auf engstem Raum leben, auf Hilfslieferungen aus dem Ausland angewiesen sind.