Rebekah Brooks

Murdochs Vertraute tritt wegen Abhörskandal zurück

Rebekah Brooks, Chefin der britischen Murdoch-Zeitungssparte, tritt zurück. Konzernchef Murdoch will sich per Annonce bei den Briten entschuldigen.

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Medienmogul Rupert Murdoch zieht nach heftigem politischen Druck erste personelle Konsequenzen aus dem Abhörskandal bei seinen britischen Zeitungen. Rebekah Brooks, Chefin der britischen News Corp-Zeitungssparte News International, trete zurück, teilte News International mit.

Damit nimmt die rechte Hand von Murdoch und eine der umstrittensten Personen in der Affäre ihren Hut. In Großbritannien steht Brooks im Zentrum der Kritik, da sie zur Zeit der Abhöraktionen Chefredakteurin des Murdoch-Blatts „News of the World“ war. Journalisten der Zeitung wird vorgeworfen, Tausende Telefonate abgehört zu haben. Darunter sollen Angehörige gefallener britischer Soldaten, von vermissten Kindern und von Opfern der Bombenanschläge von 2005 gewesen sein.

Brooks Nachfolger werde der Chef des ebenfalls zu News Corp gehörenden PayTV-Senders Sky Italia, Tom Mockridge, teilte News International weiter mit. „Ich glaube, dass Tom die beste Person ist, um das Unternehmen in eine bessere Zukunft zu führen,“ sagte Murdochs Sohn James, der das Europa-Geschäft von News Corp leitet und weithin als Nachfolger des 80-jährigen Rupert gilt.

In der Affäre um abgehörte Mobiltelefone will der Murdoch-Konzern die britische Nation um Entschuldigung bitten. James Murdoch, Europa-Chef des Medienkonzerns News Corp., kündigte an, es würden in den Wochenendausgaben aller landesweit erscheinenden Zeitungen Anzeigen geschaltet.

„Das Unternehmen hat Fehler gemacht“, schrieb der Sohn des Medienmoguls Rupert Murdoch in einer Notiz an die Mitarbeiter von News International. „Wir werden uns bei der Nation entschuldigen für das, was passiert ist“, sagte James Murdoch.

Zusätzlich würden Briefe an die Anzeigenkunden verschickt, in denen genau dokumentiert sei, welche Schritte zur Lösung der Krise unternommen worden seien. Bei ihrem Auftritt vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss wollen er und sein Vater Rupert Murdoch aber auch „Dinge geraderücken“.