Entscheidung der Kinder

Thomas Bögerl wird nicht neben Ehefrau beerdigt

Die Kinder von Witwer Thomas Bögerl haben beschlossen, dass ihr Vater nicht im Grab neben ihrer vor 13 Monaten ermordeten Mutter beigesetzt wird.

Vor 13 Monaten wurde die Bankiers-Gattin Maria Bögerl in einem Familiengrab auf dem Waldfriedhof in Heidenheim bestattet. Der zweite Platz im Grab war für ihren Mann bestimmt. Nachdem sich der Witwer des ermordeten Entführungsopfers Maria Bögerl am Montagmorgen selbst erhängte, soll Thomas Bögerl nun doch nicht neben seiner Frau, sondern im knapp hundert Kilometer entfernten Herrieden beerdigt werden, berichtet die "Bild"-Zeitung.

Tocher Carina (28) und Sohn Christopher (26) hätten dies gemeinsam mit einem Onkel und einer Tante so entschieden. Weshalb Thomas Bögerl nicht neben seiner Frau bestattet wird, bleibt vorerst unklar.

Der Witwer des Entführungsopfers Maria Bögerl hatte sich am Montagmorgen selbst erhängt. Der Obduktionsbericht schloss andere Täter aus. Der Mann der entführten und ermordeten Maria Bögerl war auch nicht betrunken, wie es zunächst geheißen hatte. Warum sich der Heidenheimer Sparkassendirektor Thomas Bögerl umbrachte, konnten die Ermittler nicht genau sagen.

Eine Putzfrau hatte die Leiche des 56-Jährigen am Montagmorgen gegen 11.30 Uhr im Fitnessraum seines Hauses entdeckt. Seine Frau Maria Bögerl war aus dem gleichen Gebäude am 12. Mai 2010 entführt worden. Nach einer gescheiterten Lösegeldübergabe töteten die Täter die 54-Jährige. Die Sonderkommission „Flagge“ ist den Tätern bisher nicht auf die Schliche gekommen.

Thomas Bögerl hinterließ einen Abschiedsbrief, aus dem sich aber keine Hinweise auf sein Motiv für den Selbstmord ergeben. „Es ist eher eine Abschiedsnotiz, die sich aber weder an die Polizei noch an die Öffentlichkeit richtete“, sagte ein Polizeisprecher.

Theorien über Bögerls Motiv

Die Ermittler erwähnten die Gerüchte über das Privatleben der Familie Bögerl und eine angebliche Beteiligung Thomas Bögerls an der Entführung und Ermordung seiner Ehefrau. Nichts davon habe sich aber erhärten lassen.

Sicher ist, dass Bögerl seit der Entführung mehrfach für längere Zeit krankgeschrieben war und sich auch in eine Kur begab. Er soll depressiv gewesen sein. Mit der Sparkasse hatte er sich nach deren Angaben darauf geeinigt, „in Kürze“ auszuscheiden.

Laut "Bild"-Zeitung habe Sparkassen-Chef Bögerl 2004 Fonds als Geldanlagen angeboten, die statt der versprochenen Renditen Minus machten. Dutzende Anleger der Bank hätten zum Teil hohe Summen verloren.