ADAC-Test

Schlechtester deutscher Autohof liegt am Berliner Ring

Der ADAC hat deutsche Autobahnraststätten getestet: Der Autohof Plötzin an der A10 in Brandenburg landete auf dem letzten Platz, besser schnitt die Raststätte Michendorf Nord am Berliner Ring ab.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Zu wenig familien- und behindertenfreundlich, zu gefährlich für Fußgänger: Der Autohof Plötzin am westlichen Berliner Ring bei Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) ist beim ADAC-Test auf dem letzten Platz gelandet. Er erhielt die Note „mangelhaft“, wie der Verkehrsclub mitteilte.

Die Anlage sei weder familien- noch behindertengerecht und auch die Sicherheit für Fußgänger auf dem Parkplatz lasse zu wünschen übrig. Abzüge bekam der Autohof an der A10 auch für seine veralteten Sanitäranlagen und sehr hohen Essenspreise.

Teuer und schlechtes Essen

Die Ergebnisse für Brandenburg waren dabei eher ernüchternd: Auch die Raststätte Prignitz-Ost an der Autobahn 24 in Richtung Hamburg erhielt nur die Note „ausreichend“. Zwar waren die Preise dort günstig, die Auswahl der Speisen sei aus Sicht der Tester jedoch klein, zudem schmecke das Essen nicht.

Die ADAC-Tester untersuchten 20 Raststätten und 20 Autohöfe an Deutschlands Hauptreiserouten. Am besten schnitt die Raststätte Börde-Süd an der Autobahn A2 in Sachsen-Anhalt ab. Der ADAC bewertete die Anlage als gepflegt und familienfreundlich mit sauberen Sanitäranlagen. Allerdings bekam diese nur das Prädikat „gut“.

Ein Lichtblick war für den ADAC auch die Raststätte Michendorf-Nord am Berliner Ring (A10), die mit „gut“ bewertet wurde. Ebenfalls auf den vorderen Plätzen rangiert der hessische Autohof Lohfeldener Rüssel an der A7. Trotz teilweise sehr guter Bewertungen in den Kategorien Außenanlagen und Shop wird dieser Hof allerdings aufgrund sehr mangelhafter Hygiene-Werte im ADAC Test gesondert ausgewiesen.

Insgesamt wurden 15 Anlagen mit gut bewertet, 22 waren ausreichend, drei fielen mit der Gesamtnote mangelhaft durch. Neben Plötzin erwiesen sich auch der Autohof Dasing an der A8 nahe Augsburg und die Raststätte Am Hockenheimring West an der A6. Die Wertungen sehr gut und sehr mangelhaft wurden nicht vergeben.

Qualität hat ihren Preis

In der Summe waren vor allem deutlich positivere Bewertungen in zentralen Kategorien wie Service, Familienfreundlichkeit oder Sanitäranlagen ausschlaggebend für das gute Abschneiden der Raststätten im Testvergleich.

Allerdings hat Qualität auch hier ihren Preis. So musste für einen Test-Einkauf im Raststätten-Kiosk durchschnittlich 20 Prozent mehr bezahlt werden als für den gleichen Warenkorb im Autohof-Shop. Im Gastronomie-Bereich erwiesen sich die Autohöfe um etwa zehn Prozent günstiger als die Raststätten.

Hygiene kommt oft zu kurz

Teilweise erhebliche Schwächen offenbarten viele Betriebe im ADAC Test bei den Themen Familie und Barrierefreiheit. Für Kinder fehlten oftmals Spielmöglichkeiten oder ein Angebot an altersgerechten Mahlzeiten. Einen vollständig barrierefreien Zugang zum Restaurant boten lediglich drei Anlagen. Während der sogenannte Euro-Schlüssel die Tür von Behinderten-Toiletten in fast allen Raststätten öffnete, war dies nicht einmal bei jedem zweiten Autohof der Fall.

Die sanitären Einrichtungen präsentierten sich optisch meist in gepflegtem Zustand. Allerdings entpuppten sich einige der vermeintlichen Saubermänner bei genauerem Hinsehen und nach entsprechenden Laborauswertungen als Schmutzfinken mit schlechten Hygienewerten so zum Beispiel der Autohof Lohfeldener Rüssel (A7), die Raststätte Hüttener Berge West (A7) und der Autohof Gau-Bickelheim (A61).

Jede der 40 Rastanlagen wurde an zwei verschiedenen Tagen von unterschiedlichen Testern ohne Voranmeldung bei den Betreibern getestet. Dabei wurde eine mehr als 110 Punkte umfassende Checkliste abgearbeitet, die sich in die Kategorien Verkehrsgestaltung, Außenanlage und Zugang, Service, Gastronomie, Shop/Kiosk, Familienfreundlichkeit, Sanitäranlagen, Hygiene und Preise gliederte.