Geländewagen

Der Suzuki SX4 ist die reinste Spaßbremse

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Björn Engel

Lange war der SX4 unter den kompakten Crossover-Modellen fast konkurrenzlos. Dabei kann er im Detail einfach nicht überzeugen.

So etwas nennt man eine klassische Win-win-Situation: Die Kooperation zwischen Suzuki und VW bringt den Deutschen einen Fuß in die Tür auf dem indischen Markt, wo der japanische Hersteller bereits äußerst aktiv ist. Und Suzuki wiederum kann von deutscher Technik profitieren. Nützlich wäre das, wie die Fahrt im SX 4 zeigt.

Auch wenn der kleine Geländewagen oder Crossover zunächst durchaus Sympathien für sich zu gewinnen weiß: gefällig gestaltet, Allradantrieb, 120-PS-Motor mit einem angegebenen Verbrauch von 6,5 Liter Super – alles für 18.100 Euro Grundpreis. Dazu auch nach dem jüngsten Facelift Grundmaße (Länge 4,15, Breite 1,73, Höhe 1,59 Meter), die mit denen des VW Golf Plus fast identisch sind. Was sollte da schiefgehen?

Einiges leider. Während der variable Golf Plus, ebenfalls mit leicht erhöhter Sitzposition ausgestattet, bis zu 1450 Liter Gepäckraum ermöglicht, sind es beim Suzuki bestenfalls 1045. Dies zeigt ein wenig das Dilemma: Natürlich ist der Japaner günstiger als deutsche Wertarbeit – aber eben nicht so günstig, dass er damit alle seine Mängel aufwiegen kann.

Der SX4, den es übrigens auch mit weitgehend gleicher Technik und 200 Euro teurer als Fiat Sedici gibt, macht leider wenig Spaß. So dröhnt er schon bei Tempo 100 unangenehm laut. Hat er sich zäh Richtung Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h bewegt, sollte das Radio aus Verständigungsgründen besser gleich aus bleiben. Die Zähigkeit, mit der das Aggregat beschleunigt, findet ihren Niederschlag auch in den Spritwerten: 9,3 Liter Super waren das ernüchternde Testergebnis.

Auch die Verarbeitung erinnerte in Details eher an eine gewisse Lieblosigkeit: So fehlt stellenweise die Entgratung mancher Plastikteile wie etwa am Halter des Innenspiegels. Keine große Sache, aber eben eine Kleinigkeit, die den Gesamteindruck beeinflusst. Zudem leidet man unter einem etwas beengten Raumgefühl, weshalb Komfort nicht wirklich aufkommt.

Aber, und das war bislang das Entscheidende: Unter kompakten Allradern (um die 4,20 Meter Länge) mit einem 120-PS-Motor war der Suzuki dank seines Kampfpreises lange alternativlos. Der günstigste Golf mit Allradantrieb kostet rund 9000 Euro, ein Skoda Yeti gut 4000 Euro mehr, ein Lada Niva ist deutlich kleiner. Auch deshalb haben sich vergangenes Jahr in Deutschland immerhin 8067 Käufer für den Suzuki entschieden.

Doch mit dem Dacia Duster mit Allradantrieb und 105 PS für 13.700 Euro steht dem SX4 nun ein ernsthafter Konkurrent ins Haus. Eine gute Rundumsicht, direkte Lenkung und ein vernünftig nutzbarer Kofferraum wird dem Japaner schwer reichen, um den Dacia in Schach zu halten.