Vans

Ford Galaxy und S-Max sind Papis Lieblinge

Ford hat seine großen Familienmodelle überarbeitet. Die beiden Vans S-Max und Galaxy treten ihre zweite Lebenshälfte mit neuen, sparsameren Motoren, einem Doppelkupplungsgetriebe und erweitertem Sicherheits- und Komfortangebot an. Von den Neuerungen wird bald auch ein anderes Ford-Modell profitieren.

Der Absturz war wohl nicht zu vermeiden. Lange Zeit waren Raumkreuzer auf Rädern der Traum aller Familienväter, doch dann gab es Alternativen: Geländewagen in allen Größen, kleinere Vans, die auch reichten. Autos wie Renault Espace, Chrysler Voyager oder Peugeot 807 sind aus der Statistik fast verschwunden, und der VW Sharan ist mittlerweile so alt, dass schon die Neuwagen ins Werksmuseum gehören. Nur Ford hat sich mit Erfolg gegen den Trend gestemmt und seine ungleichen Zwillinge S-Max und Galaxy geschickt in die Poleposition gedrückt.

Bevor nun auch die Konkurrenz wieder aufwacht und Neuheiten wie der Mazda5 oder der nächste Sharan an den Start gehen, bringt Ford die Vans auf Vordermann: Mit Tagfahrlicht und LED-Rückleuchten, neuen Extras und vor allem mit sparsameren Motoren gehen die beiden in die zweite Halbzeit.

Am meisten profitieren von der Modellpflege die Benziner. Unter der Haube von S-Max und Galaxy hält ein Motor der neuen EcoBoost-Familie Einzug. Mit Direkteinspritzung und Turbolader auf zwei Liter Hubraum geschrumpft, folgt der Vierzylinder dem Trend zum Downsizing und bietet deutlich mehr Leistung bei spürbar weniger Verbrauch. Gegenüber dem bisherigen 2,3-Liter macht der EcoBoost-Motor einen Leistungssprung von 25 Prozent und kommt nun auf 203 PS und maximal 300 Newtonmeter (Nm) Kraft.

Kombiniert mit einem neuen Doppelkupplungsgetriebe mit sechs Schaltstufen, beschleunigt der Motor den S-Max binnen 8,5 Sekunden auf Tempo 100. Schluss ist erst bei 221 km/h. Gleichzeitig geht der Benzindurst um 20 Prozent zurück: Nach EU-Norm verbraucht der S-Max nur noch 8,1 Liter auf 100 Kilometer. Der bisherige, mit 160 PS und 205 Nm deutlich schwächere Motor lag bei 9,7 l/100 km.

Auch der zwei Liter große Dieselmotor arbeitet jetzt sparsamer und sauberer. Auf die EU5-Norm umgestellt und mit einer Sechsgang-Schaltung kombiniert, gibt es ihn nun in drei Leistungsstufen mit 115, 140 und 163 PS. Der Verbrauch liegt im besten Fall bei 5,7 Litern. Weil der Motor zudem besser gedämmt ist und Ford dickere Scheiben montiert hat, geht es an Bord deutlich leiser zu. Selbst wer mit dem 163-PS-Diesel Vollgas gibt, im Galaxy in 9,8 Sekunden auf Tempo 100 zieht und dann die Höchstgeschwindigkeit von 203 km/h ausloten will, kann sich noch in Ruhe unterhalten dabei.

Von der Konzernschwester Mazda übernimmt Ford das "Blind Spot Information System“, das beim Überholen den toten Winkel elektronisch überwacht. Auf dem Navigationsmonitor läuft jetzt auch das Bild einer Rückfahrkamera, und wer sich vor Knöllchen schützen möchte, kann nun einem Tempobegrenzer sagen: bis hierher und nicht weiter.

Weil die Vans gemeinsam mit dem Mondeo vom Band laufen und das Mittelklassemodell auch ein paar Frischzellen gebrauchen könnte, werden viele der Verbesserungen und vor allem die neuen Motoren spätestens nach den Sommerferien auch für Limousine und Kombi des Mondeo erhältlich sein.

Auch wenn S-Max (ab 28.500 Euro) und Galaxy (ab 30.000 Euro) wegen der schwächelnden Konkurrenz auf Erfolg abonniert sind, wollen sich die Verantwortlichen bei Ford auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen. Im Windschatten der beiden Raumkreuzer laufen sich bereits die nächsten Vans warm. Nach den Sommerferien kommt der neue C-Max, den es zusätzlich auch in einer Version mit dritter Sitzreihe geben wird.