Ungewollte Beschleunigung

Wildgewordener Toyota jetzt auch in Norwegen

| Lesedauer: 2 Minuten

Das Horrorszenario eines jeden Autofahrers ist nun auch in Norwegen Wirklichkeit geworden. Der Wagen eines 49-Jährigen beschleunigte auf einer Autobahn wie von Geisterhand auf 176 Stundenkilometer. Um den Toyota Prius wieder zum Stillstand zu bringen, griff der Fahrer zu einer einfachen Lösung.

Nach den USA hat es nun auch in Norwegen einen Unfall mit einem unkontrolliert beschleunigendem Toyota Prius gegeben. Der Wagen geriet auf einer Autobahn außer Kontrolle und beschleunigte bis auf 176 Stundenkilometer, wie die norwegische Polizei am Freitag mitteilte. Der 49-jährige Fahrer rief demnach zunächst die Polizei, steuerte das Auto dann aber in die Leitplanke, um ihn zum Stillstand zu bringen. Der Fahrer nannte ein klemmendes Gaspedal als Grund für den Vorfall nahe der südnorwegischen Stadt Kristiansand. Der Mann blieb norwegischen Medienberichten zufolge unverletzt.


Es handelt sich um das erste Ereignis dieser Art in Norwegen mit einem Fahrzeug des japanischen Autoherstellers. In den USA meldeten Toyota-Fahrer bereits zahlreiche Fälle von ungewollter Beschleunigung. Wegen Schwierigkeiten mit Gaspedalen, Bremsen und Fußmatten hatte Toyota in den vergangenen Monaten weltweit mehr als acht Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen müssen, darunter sechs Millionen in den USA.

Toyota kündigte einer Untersuchung des Unfalls in Norwegen an. Noch sei es aber zu früh, um mögliche Ursachen zu nennen, sagte ein Sprecher von Toyota Norwegen.


Im Februar hatte Toyota die 2010-Baureihe des Prius wegen möglicher Fehler des ABS im Bremssystem in die Werkstätten gerufen. Modelle wie das von Sikes waren hingegen Bestandteil einer vorherigen Rückrufaktion im November vergangenen Jahres, bei der es um sich in Fußmatten verhakende Gaspedale ging.


Insgesamt hat Toyota in den vergangenen Monaten wegen Sicherheitsproblemen weltweit 8,5 Millionen Autos zurückgerufen.

Vorwürfe, wonach seit 2000 mindestens 52 Amerikaner bei Unfällen durch defekte Autos von Toyota zu Tode gekommen sind, werden derzeit noch geprüft, sind aber auch schon Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Toyota Deutschland will sich zu den Vorgängen in den USA grundsätzlich nicht äußern.

( AFP/gr )