Kommentar

Verkaufsoffener Sonntag: Eine Chance für den Berliner Handel

Marc Hofmann anlässlich des verkaufsoffenen Sonntags über die Lage des Berliner Einzelhandels.

Marc Hofmann anlässlich des verkaufsoffenen Sonntags über die Lage des Berliner Einzelhandels.

Foto: dpa/FFS

Die Geschäfte müssen am verkaufsoffenen Sonntag in Berlin zeigen, dass sie mehr bieten als „Bedürfnisbefriedigung“, meint Marc Hofmann.

Berlin. Die Konkurrenz durch Online-Versandhändler, von Krieg und steigenden Preisen verunsicherte Verbraucher, steigende Fixkosten und die Umsatzeinbrüche aus der Corona-Krise haben dem Einzelhandel in Berlin stark zugesetzt. Auch der Hickhack um die Öffnung während der Corona-Pandemie in den vergangenen Jahren hat die Branche stark belastet.

Gleichzeitig musste eine Branche, die sich ohnehin schon im Umbruch befand, erheblich von ihren Reserven zehren. Wie sehr, wird sich vermutlich erst in den nächsten Monaten und Jahren zeigen, zu sehr verzerren die Hilfszahlungen aus der Pandemie noch das Bild.

Die finanziellen Hilfen gegen die steigenden Energiekosten kommen spät, aber hoffentlich noch rechtzeitig, um Verbrauchern ein Mindestmaß an Sicherheit zu vermitteln und so zumindest ein gewisses Maß an Konsum aufrecht zu erhalten. Denn der ist jetzt besonders für den Einzelhandel lebenswichtig.

In den vergangenen Tagen und Wochen mehren sich die positiven Vorzeichen: Die Inflation stabilisiert sich, das Geschäft um den Black Friday ist nach Branchenangaben gut gelaufen. Gleichzeitig sehnen sich immer mehr Menschen nach einem Stuck Normalität. Maßvoller Konsum in einer atmosphärisch schön (und dennoch energiesparend) beleuchteten Innenstadt ist in dem Zusammenhang Balsam für Seele und Wirtschaft.

Jetzt können und müssen die Geschäfte vor Ort zeigen, dass sie mehr bieten als „Bedürfnisbefriedigung“, um mit in der Adventszeit internetaffine Kundinnen und Kunden in die City zu locken. Neben konkurrenzfähigen Preisen werden dabei die Atmosphäre und die Qualität von Beratung und Produkten dafür entscheidend sein.