Kommentar

Mehr Zeit für den Unterricht

Die schritlichen MSA-Prüfungen fallen an den Schulen in Berlin aus. Das ist auch richtig so, meint Christine Richter.

Christine Richter.

Christine Richter.

Berlin. Die Corona-Krise nimmt uns alle mit, auch die Kinder und Jugendlichen. Seit fast einem Jahr hat sich ihr Leben, ihr schulischer Alltag, ihre Freizeitgestaltung in Berlin komplett verändert. Schon zwei Mal wurden die Schülerinnen und Schüler in den Lockdown geschickt, alle Schulen in der Stadt geschlossen, zu Hause, im sogenannten Homeschooling musste und muss am Küchentisch oder dem eigenen Schreibtisch gelernt werden, die Aufgaben kommen per Mail oder über eine digitale Lernplattform, so sie denn funktioniert. Unterricht per Videokonferenz findet zwar auch statt, aber abhängig von den Schulen und der jeweiligen Lehrkraft in ganz unterschiedlicher Qualität.

Aber auch in den Wochen, in denen die Schulen geöffnet waren, lief der Unterricht ganz anders ab, als die Kinder und Jugendlichen es kennen. In kleinen Gruppen wurden die Schülerinnen und Schüler unterrichtet, mit Maske, häufig bei geöffneten Fenstern, sodass viele Jugendlichen ihre Jacken gar nicht mehr auszogen, mit Lehrern, die angesichts der andauernden Corona-Pandemie überaus gefordert sind.

Natürlich muss man angesichts dieser Lernumstände Abstriche machen - beim Umfang des Lernstoffs, bei der Zahl der Prüfungen, sicherlich auch bei den Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler. So ist es verständlich, dass die Senatsbildungsverwaltung jetzt auf die schriftliche Prüfung beim Mittleren Schulabschluss (MSA) verzichten will. Wie auch im vergangenen Jahr, als die Corona-Pandemie das Land mit voller Wucht getroffen hat. An der mündlichen Präsentationsprüfung soll aber festgehalten werden. Insgesamt gewinnen die Schulen, also die Lehrer und die Schüler, so mehr Zeit für den Unterricht. Richtig so.