Kommentar

Rückschlag für die Spitzenfrau Franziska Giffey

Giffey musste mit ansehen, wie die Basis den von ihr präferierten Renner im Rennen um die Bundestags-Direktkandidatur scheitern ließ.

Foto: pa/Montage BM

Ausgerechnet in Neukölln zeigt es sich, wie schwierig es für Franziska Giffey sein wird, Berlins SPD hinter sich zu einen. Die designierte Spitzenkandidatin für die Berlin-Wahl im Herbst kommenden Jahres musste mit ansehen, wie die Basis ihres Heimatkreises den von ihr präferierten Tim Renner im Rennen um die Direktkandidatur für den Deutschen Bundestag scheitern ließ.

Der Plan, mit einem prominenten Import aus der City West ins Rennen zu gehen, um im bürgerlichen Süden des Bezirks gegen die CDU zu punkten, ist schiefgegangen. Die Genossen wählten mit Hakan Demir einen der ihren, anstatt auf die Führung um Franziska Giffey zu hören.

Nach der aus ihrer Sicht missratenen Wahl des Kreisvorstandes, als ihr Alliierter, Bezirksbürgermeister Martin Hikel, seine Wunschpartnerin nicht durchbrachte, ist das der zweite Rückschlag für Giffeys Ambitionen, die Hauptstadt-SPD auch personell weniger links und eher in ihrem Sinne aufzustellen.

Auch wenn die Sozialdemokraten sie am kommenden Wochenende sicher zur Landeschefin und später zur Spitzenkandidatin wählen werden, muss der Noch-Bundesministerin klar sein: Sie wird in der Berliner SPD eher geduldet als geliebt, solange sie Wahlerfolge in Aussicht stellt. Aber die politischen Differenzen zwischen ihr und weiten Teilen der Partei sind offenkundig.