Kommentar

Teilt die Kleingärten, damit mehr Berliner einen kriegen!

Parzellen zu teilen, schafft Oasen im Grünen für mehr Menschen. Die Kleingärten sind von hohem Wert, schreibt Christian Latz.

Viele Berliner finden Entspannung im Kleingarten. Christian Latz sieht wachsenden Bedarf.

Viele Berliner finden Entspannung im Kleingarten. Christian Latz sieht wachsenden Bedarf.

Foto: Sven Braun/dpa; Maurizio Gambarini (Montage)

Berlin. Die vergangenen Monate der Corona-Pandemie haben es eindrucksvoll gezeigt: Berlins Kleingärten sind für die Stadt von unmessbarem Wert. Sie haben vielen Großstadtbewohnern aller sozialen Schichten die Möglichkeit gegeben, sich trotz des Virus mit Abstand im Grünen aufzuhalten. Der Senat muss darum dafür Sorge tragen, dass noch mehr Berliner Zugang zu einem Garten bekommen. In jedem Fall darf sich die Zahl der Lauben in der Hauptstadt nicht weiter verringern.

Angesichts der Corona-Pandemie ist es kein Wunder, dass bei vielen Berlinern gerade jetzt der Wunsch nach einer eigenen Laube mit Gemüsebeet, Vogelgezwitscher und Insektensummen in den blühenden Rabatten gewachsen ist. Die Nachfrage nach Kleingärten ist zuletzt schier explodiert. Dabei kann die Zahl verfügbarer Gärten dem Andrang der vielen Pächter in spe schon seit Jahren nicht mehr gerecht werden.

Die Wartelisten wachsen allerorten, wenn sie nicht längst geschlossen sind. Große Parzellen beim Pächterwechsel zu teilen und die Gärten mit maximal 250 Quadratmetern künftig kleiner zu dimensionieren, ist daher ein richtiger Schritt. So kommen mehr Menschen in den Genuss des Gärtnerglücks.

Die Kleingärten haben große ökologische Bedeutung

Mehr Pächter auf kleineren Parzellen unterzubringen, darf jedoch die Gesamtfläche der Berliner Kleingärten nicht reduzieren. Sie sind Räume mit hoher – oft verkannter – ökologischer Bedeutung. Dabei ist die Artenvielfalt deutlich größer als in den Stadtparks. Auch der Erholungsfaktor ist dort für lärmgeplagte Großstädter höher.

Damit mehr Berliner davon profitieren können, ist es aber genauso wichtig, dass sich die Kolonien selbst öffnen. Möglich sind Gemeinschaftsgärten und öffentliche Anlagen, die sich auch an Spaziergänger aus der Nachbarschaft richten. Dann werden noch mehr Menschen merken, welcher Schatz in Berlins Kolonien schlummert.