Kommentar

Coronafälle in den Schulen gehören jetzt zum Alltag

In Berliner Schulen gab es zuletzt Coronafälle. Schulleitungen brauchen eine Art Checkliste, um zu wissen, wie sie handeln müssen.

Susanne Leinemann

Susanne Leinemann

Foto: pa/Montage BM

Es war zu erwarten. Zwei Spandauer Grundschulen mussten jetzt reagieren, weil dort jeweils ein Pädagoge positiv auf Corona getestet wurde. In einem Fall war – aufgrund von klaren Krankheitssymptomen der Lehrkraft – der Kreis der Kontaktpersonen schnell und eindeutig einzugrenzen. Alle begaben sich sofort in Quarantäne. Bei der anderen Schule dagegen waren die ­Dinge unübersichtlicher, deshalb hat man dort die ganze Einrichtung vorsichtshalber geschlossen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Danach gilt für beide Schulen: testen, testen, testen.

Schon vorletzte Woche gab es zwei Coronafälle in einer Hellersdorfer Grundschule, von Kindern, die in der Notbetreuung untergebracht waren. Der neue Alltag mit Corona bedeutet, dass das fragile Schulkonstrukt mit komplexen Stundenplänen und reduziertem Unterricht jederzeit zusammenbrechen kann. „Mit Infektionsausbrüchen an Schulen wurde und wird auch weiterhin gerechnet“, sagt der Spandauer Gesundheitsstadtrat Frank Bewig. Es ist eben noch nicht vorbei.

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Schulleitungen brauchen eine Art Checkliste

Umso wichtiger, dass die Schulleitungen sofort wissen, wie sie sich in einem Coronafall verhalten müssen. Sie brauchen eine Art Checkliste – so wie man das im Flugverkehr für den Fall einer Evakuierung kennt. Jeder Flugbegleiter, jeder Pilot hat sie verinnerlicht, damit innerhalb von 90 Sekunden das Flugzeug geräumt ist. So etwas benötigen auch die Schulen.

Und die Gesundheitsämter aller Bezirke müssen transparent machen, wie sie sich in welcher Situation verhalten. Damit auch Eltern verstehen, weshalb in einem Moment die Schule trotz Coronafall offen bleibt, die Nachbarschule mit Coronafall aber vorläufig geschlossen wird. Die Zeit, in der Schul- und Kitaschließungen überraschend kamen, ist vorbei. Jetzt muss endlich geplant werden, statt weiter auf Sicht zu fahren.

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