Kommentar

Komische-Oper-Sanierung: Es braucht einen fachkundigen Rat

Die Sanierung der Komischen Oper verzögert sich. Statt die Fehler einzugestehen und sich Rat zu holen, wird weitergewurstelt.

Foto: dpa Picture-Alliance / XAMAX/Montage BM

Noch ist keine Schraube gelockert und keine Planke ausgetauscht, aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Sanierung der Komischen Oper an der Behrenstraße ein ähnliches Trauerspiel wie die Sanierung der Staatsoper werden könnte. Eine Ausschreibung der Planungsarbeiten wurde gestoppt, die zweite könnte ebenfalls angefochten werden.

Ursprünglich sollte die Sanierung nicht mehr als 200 Millionen Euro kosten, doch wo die Zahl herkommt, ist vollkommen unklar. Es steht zu befürchten, dass es am Ende deutlich teurer wird, schon jetzt kursieren Summen von 220 oder 240 Millionen durch die Stadt.

Sanierung der Komischen Oper: Verantwortung wird weiter geschoben

Bei den politisch Verantwortlichen herrscht bedauerndes Schulterzucken, und die Verantwortung für das sich ankündigende Desaster wird von einem zum nächsten geschoben. Die Kulturverwaltung verweist auf die Zuständigkeit der Stadtentwicklung, die auf die Vergabekammer und die sagt, sie habe ja nur den Wunsch des Senats umgesetzt.

Der Umgang mit solchen Sanierungsfällen an historisch bedeutsamen Gebäuden zeigt einmal mehr, dass die Verwaltungsverfahren nicht geeignet sind, derart umfangreiche Vorhaben sach- und fachgerecht umzusetzen. Trotz aller Bekundungen, die Behörden in Schuss zu bringen und Strukturen zu vereinfachen, bleibt es beim üblichen Zuständigkeitsbingo. So ein Vorgehen ist der Sache nicht angemessen, im Fall der Komischen Oper sogar unwürdig.

Statt fachkundigen Rat einzuholen, wird weitergewurstelt

Während sich die Beteiligten im Erfolg des Hauses an der Behrenstraße öffentlich sonnen, sind sie nicht einmal in der Lage, unfallfrei eine erste Ausschreibung für die Planungsaufgaben auf den Weg zu bringen. Statt in Demut die Fehler einzugestehen und sich fachkundigen Rat einzuholen, wird weitergewurstelt. So wird aus einer Traditionsspielstätte wie der Komischen Oper die Tragische Oper an der Behrenstraße.