Kommentar

Bayer gelingt in Berlin die Notlösung

Der Bayer-Konzern verkauft einen Teil der Berliner Pharma-Forschung. Eine Notlösung, wie Dominik Bath sagt.

Dominik Bath

Dominik Bath

Foto: dpa/Jörg Krauthöfer

Berlin. Immerhin: Weil es dem Pharma-Konzern Bayer gelungen ist, einen Teil seiner Berliner Forschungseinheit an den Dienstleister Nuvisan zu verkaufen, verlieren mehrere Hundert Mitarbeiter in Wedding nicht ihren Job. Angesichts des Damoklesschwerts, das seit mehr als einem Jahr über fast allen Bayer-Standorten kreist, ist das eine gute Nachricht.

Ursprünglich hatte Bayer angekündigt, weltweit 12.000 Stellen abbauen zu wollen, auch in Berlin wären dem Vernehmen nach viele Arbeitsplätze betroffen gewesen. Mit dem Nuvisan-Deal gelingt dem Bayer-Konzern nun für den Standort Berlin die Notlösung: Immerhin 400 Beschäftigte werden in der neu aufzubauenden Forschungsabteilung des Neu-Ulmer Pharma-Dienstleisters arbeiten. Ein Großteil der neuen Nuvisan-Belegschaft werden alte Bayer-Mitarbeiter sein.

Für den Berliner Gesundheitsstandort ist die Ansiedlung von Nuvisan auch eine Chance. Durch einen neuen, zusätzlichen Player gewinnt die Branche in der deutschen Hauptstadt weiter an Bedeutung. Nuvisan sieht darüber hinaus als Dienstleister für die Pharma-Branche offenbar gute Geschäftsperspektiven in Berlin. Auch das ist ein Beleg für das gewachsene gesundheitswirtschaftliche Umfeld in der Stadt.

Bayer allerdings steht auch nach dem Nuvisan-Geschäft weiter unter Druck. Wegen des Monsanto-Deals sind die Kassen leer, etwaige Strafzahlungen wegen des umstrittenen Düngemittels Glyphosat könnten zudem weitere Löcher in die Bilanz reißen. Ob die noch immer nicht überstandene Krise weitere Folgen für den Berliner Standort haben wird, ist noch nicht abzusehen. Bayer hat nun aber bewiesen, dass der Konzern bereit ist, im Sinne der Belegschaft neu zu denken.