Kommentar

Lebensmittelkontrollen: Berlin braucht die Smiley-Regelung

Bei Lebensmittelkontrollen braucht es transparente Register, meint Christian Latz. Smiley wären schnell verständlich.

Gut sichtbar hängen die Ergebnisse der staatlichen Kontrollen in einem Restaurant in Dänemark aus. Ein breit lachender Smiley zeigt dem Gast an, dass es sich um ein sauberes Lokal handelt. Das würde sich Christian Latz auch für Berlin wünschen.

Gut sichtbar hängen die Ergebnisse der staatlichen Kontrollen in einem Restaurant in Dänemark aus. Ein breit lachender Smiley zeigt dem Gast an, dass es sich um ein sauberes Lokal handelt. Das würde sich Christian Latz auch für Berlin wünschen.

Foto: PA/dpa/Finn Frandsen; Maurizio Gambarini (Montage)

Berlin. Wenn Imbissküchen verdreckt und Speisen vergammelt sind, ist das nicht nur eklig, es gefährdet auch die Gesundheit aller Kunden. Die aktuellen Zahlen aus Berlin lassen einen da mit einem unguten Gefühl zurück. Zwar überprüfen die Kontrolleure viele Lokale, bei denen es nichts zu beanstanden gibt. Aber die Liste der Mängelbetriebe ist enorm lang.

Bei mehr als jedem vierten kontrollierten Restaurant, Café oder Back-Shop stellten die Prüfer Verstöße fest. Wichtig wären deshalb noch häufigere, flächendeckende Betriebskontrollen durch die Gesundheitsämter. Denn wie viele eklige Mängel mögen da noch bei den nicht überprüften Betrieben lauern? Umso erschreckender ist vor diesem Hintergrund eine weitere Zahl: Knapp zwei Drittel aller Lokale wurden im Jahr 2018 – neuere Daten gibt es nicht – gar nicht erst überprüft.

Die Zahl ist Ausdruck eines seit Jahren bestehenden Mangels. Den Bezirken fehlt es an Personal. Zwar ist das Geld dafür mittlerweile da, neue Beschäftigte wachsen in Zeiten bundesweiten Fachkräftemangels dennoch nicht auf Bäumen. Zum Verhängnis werden den Bezirken, dass in den Senatsverwaltungen und Landesämtern genauso dringend zusätzliches Personal gebraucht wird, bei teilweise besserer Bezahlung.

Umso wichtiger ist, dass die wenigen Kontrollen den Verbrauchern auch wirklich zugute kommen. Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung ein Bewertungssystem einführt. Ob Smileys oder Farben, jeder Kunde muss wissen, wie es ein Betrieb, den er betritt, mit der Hygiene hält. Ergebnisse aus Wales zeigen, dass ein transparentes System den Druck auf die Lokale erhöht und es allein dadurch seltener zu Verstößen kommt. Sollen Kontrollen auch bei uns mehr Wirkung haben, braucht es dringend so ein Bewertungsregister. Es wäre im Sinne aller Kunden.