Kommentar

Viele Serien entstehen in der Region - gut für Berlin

In der Region Berlin-Brandenburg wurden 2019 5700 Drehtage verzeichnet. In Zeiten des Umbruchs ist das ein gutes Zeichen.

Peter Zander

Peter Zander

Foto: Reto Klar

Das gehört inzwischen auch schon zum Berliner Stadtbild: Abgesperrte Straßen, Kolonnen von Wohnwagen, die den Zugang blockieren, und Hinweise im Briefkasten, dass in der Nachbarschaft mal wieder gedreht wird und man bitte Nachsicht haben möge. Das fällt zunehmend schwer, wird doch immer mehr gedreht in Berlin. Kinofilme, immer öfter aber auch Serienformate, wo die Dreharbeiten auch noch länger dauern.

Da muss der Hauptstädter Langmut beweisen. Denn natürlich ist es schön, wenn so viele, auch internationale Produktionsfirmen Berlin attraktiv finden. Das ist ja auch prima Werbung für die Stadt. Dabei geht es aber nicht nur um einen touristischen Effekt, sondern vor allem um einen handfesten Wirtschaftsfaktor.

2019 wurden allein in der Region Berlin-Brandenburg 5700 Drehtage verzeichnet. Tendenz steigend: 2018 waren es noch 400 Drehtage weniger. In der Filmbranche herrscht quasi Vollbeschäftigung. Bei Menschen vor und hinter der Kamera. Und ganze Wirtschaftszweige hängen mit daran: von Caterern über Ausstatter bis hin zu Firmen für digitale Effekte und Nachbearbeitungen.

In Zeiten des Umbruchs der Medienlandschaft ist das ein gutes Zeichen, das optimistisch stimmt. Und es kommt am Ende nicht nur der Branche, sondern der ganzen Region zugute. Auf jeden Euro, den das Medienboard Berlin-Brandenburg gibt, fließt über das Fünffache an Investitionen zurück. Der sogenannte Regionaleffekt beträgt 544 Prozent.

Im Serienbereich sind es sogar 778 Prozent. Das sollte man berücksichtigen, statt sich zu ärgern, wenn mal wieder Dreharbeiten im Kiez anstehen. Es könnten sogar noch mehr sein. Wenn nur die Ämter Drehgenehmigungen schneller bewilligen würden. Daran hapert es aus Personalmangel derzeit am meisten.