Kommentar

Zirkus geht auch ohne Tiere

Der Zirkus ist kein Ort für Tiere. Lieber eine Trapeznummer mehr, meint Katrin Lange.

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Mit vier Jahren war ich das erste Mal im Zirkus. Den Clown fand ich lustig, die Nummer am Trapez spektakulär, die Musik ein bisschen zu laut. Doch jedesmal, wenn die Peitschen knallten, um die Pferde tänzeln oder die Tiger durch den Reifen springen zu lassen, habe ich mich erschrocken und hinter dem Rücken meiner Mutter versteckt.

Nicht nur das Knallen dröhnte in meinen Ohren, auch die großen Tiere machten mir Angst. Wie sie ihre Runden in der kleinen Manege zogen und auf die Kommandos warteten. Später war ich noch ein paar Mal mit meiner Tochter in einem kleinen Kinderzirkus, Tiere traten dort nicht auf. Zum Glück. Es geht auch ohne Dressuren von Kamelen, Eseln und Pferden.

Tiere im Zirkus: Elefantenkuh bekam Auftrittsverbot

Denn die Tiere leiden nicht nur unter der harten Dressurarbeit, sie leiden auch unter den Zuständen, die auf dem Zirkusgelände oft herrschen. Das zeigt der Fall des „Berliner Weihnachtscircus“, der jahrelang vor dem Olympiastadion gastierte – und vergangenes Jahr zum ersten Mal in Spandau. Insgesamt 26 Mängel hat das Veterinäramt aufgelistet, darunter viele Pflege- und Haltungsmängel. Eine Elefantenkuh bekam sogar Auftrittsverbot.

Das erinnert an den Fall der Elefantenkuh Rani aus dem Zirkus Harlekin vor mehr als 15 Jahren. Rani war bei einem Auftritt in der Manege gestürzt. Weil das gebrochene Bein nicht belastet werden durfte, hing das Tier vier Monate lang in einem Spezialgestell in der Tierklinik Düppel. Das Tier wurde geheilt, jedoch Wochen später mit Geschwüren an den Beinen im Winterquartier aufgefunden. Es musste eingeschläfert werden.

Der Zirkus ist kein Ort, an dem die Tiere so gehalten werden können, wie sie es brauchen. Und es geht ja auch ohne Dressuren. Lieber eine Trapeznummer mehr im Programm.