Kommentar

Nach dem Fall Deutsche Wohnen: Datenschutz ernster nehmen

Für Unternehmen, die sensible Daten erheben, müssen hohe Auflagen im Umgang mit diesen Informationen gelten, sagt Dominik Bath.

Morgenpost-Redakteur Dominik Bath.

Morgenpost-Redakteur Dominik Bath.

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Das von der Berliner Datenschutzbeauftragen verhängte Bußgeld gegen den Immobilienkonzern Deutsche Wohnen zeigt, dass Unternehmen den Umgang mit sensiblen Informationen noch immer auf die leichte Schulter nehmen. Bereits 2017 hatte Berlins oberste Datenschützerin die Deutsche Wohnen auf Versäumnisse im Umgang mit Daten von Mietern hingewiesen. Der Konzern hätte seitdem vieles unternehmen können, um die Vorwürfe auszuräumen, tat es aber offenbar nicht. Den Umgang des Unternehmens mit sensiblen Daten der Wohnungsmieter kann man deswegen durchaus als fahrlässig bezeichnen.

Nicht nur die Deutsche Wohnen, sondern viele Unternehmen in Deutschland haben die besondere Macht von Daten in einer digitalisierten Welt immer noch nicht verstanden. Personenbezogene Informationen sind gewissermaßen das Gold dieser Zeit. Wer weiß, wie sich Personen wann und warum verhalten, kann Geschäftsmöglichkeiten erahnen und entsprechend handeln. Ähnliche Vorteile hätten Dritte auch aus den Daten ziehen können, die von Mietern der Deutsche Wohnen anvertraut wurden.

Für Unternehmen, die sensible Daten erheben, müssen deswegen besonders hohe Auflagen im Umgang mit den Informationen gelten. Entsprechende Linien, was die Verantwortung der Firmen beim Speichern und auch Löschen der Angaben betrifft, hat die EU mit der Datenschutz-Grundverordnung gezogen. Es ist gut, wenn Datenschützer anhand dieser Vorgaben konsequent handeln und Missstände aufdecken. Doch nicht nur Verbraucher sollten sich Sorgen machen, wenn Firmen lasch mit Daten umgehen. Wenn Infrastruktur und Verwaltung für empfindliche Informationen nicht ausreichend sind, gefährdet das auch Geschäftsgeheimnisse – und damit mitunter sogar den Fortbestand von Unternehmen.

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