Kommentar

Die Indikator-Messungen an Schulen müssen Folgen haben

Der Senat will Leistungsindikatoren der Schulen überprüfen. Aber die müssen auch Konsequenzen haben, meint Joachim Fahrun.

Berlin. Zu wissen, was sich an den Berliner Schulen tut, ist grundsätzlich eine gute Idee. Wie viele Schüler schaffen keinen Abschluss? Steigen deren Zahlen oder sinken sie? Wie viele Schüler schneiden gut ab? Wie beeinflussen Veränderungen wie etwa die Bonus-Zahlungen für Schulen oder der Einsatz von zusätzlichem Personal in den sozialen Brennpunkten die Ergebnisse?

Ein Bildungsministerium muss solche Indikatoren aufstellen. Gar nicht so sehr, um die Leistungen der Kinder und Jugendlichen in Berlins Schulen zu messen. Das passiert oft genug. Bei dem Indikatorenmodell geht es vor allem um die Leistungen von Lehrkräften und Schulleitungen. Und natürlich um die Performance der Behörde selbst.

Hier erweisen sich die Berliner Ansätze leider als halbherzig. Von echter Transparenz sind wir solange weit entfernt, solange etwa Schulabbrecherquoten in den einzelnen Schulen unter Verschluss bleiben. Für Eltern wäre die Entwicklung solcher Kennzahlen ein sinnvoller Hinweis darauf, wie sich die Qualität an ihrer jeweiligen Schule entwickelt. Fragwürdig mutet zudem an, dass im Modell der Schulverträge keinerlei Sanktionen vorgesehen sind, wenn Ergebnisse nicht geliefert werden.

Im schlimmsten Fall müssen Schulen komplett aufgelöst werden

Die Lehrkräfte müssen daran gemessen werden, wie viele Schüler sie erfolgreich zum Abschluss führen. Gelingt das nicht, muss es jede gewünschte Hilfe geben. Klappt es nachhaltig nicht, müssen Schulen im schlimmsten Fall komplett aufgelöst und neu gegründet werden. Auf diese Weise, mit Unterstützung und Druck, hat etwa London in seinen Problemvierteln viele Schulen auf ein höheres Niveau gebracht.

Das erfordert jedoch einen anderen Blick. Bei uns ist es immer noch üblich, Schüler und Elternhäuser für ihr Scheitern verantwortlich zu machen. Dabei versagen in vielen Fällen die Lehrer und die Institution Schule.

Mehr zum Thema:

Senat will Schuldaten von Gymnasien auswerten