Wachschutz

Der Objektschutz gehört in staatliche Hand

Immer wieder kam es zu Übergriffen. Es sollte ein von staatlicher Hand vergebenes Gütesiegel eingeführt werden, meint Alexander Dinger.

Foto: pa/Montage BM

Der Schutz von sensiblen Objekten gehört in staatliche Hand. Dazu zählen nicht nur Flüchtlingsheime, sondern auch Liegenschaften der Polizei. Warum das besser so wäre, haben schließlich zahlreiche Meldungen aus den vergangenen Jahren gezeigt. Da war etwa von Übergriffen durch Sicherheitsmitarbeiter vor dem Lageso die Rede oder von Einbrüchen auf Polizeiliegenschaften, von denen angeblich niemand etwas mitbekommen hat.

Natürlich wäre es falsch, alle Sicherheitsunternehmen über einen Kamm zu scheren. Es gibt viele seriöse Firmen, die professionell arbeiten. Aber es gibt auch schwarze Schafe. Und um herauszufinden, welchem Unternehmen man trauen kann und welchem nicht, braucht es bessere Prüfungen.

Wer beispielsweise ein von staatlicher Hand vergebenes Gütesiegel besitzt, darf dafür auch für den Staat arbeiten. Wer es nicht besitzt, bekommt eben keine öffentlichen Aufträge

Lesen Sie auch: Berlin zahlt Millionen für Wachschutz

Über strukturelle Streitigkeiten hinaus muss aber auch die Frage gestattet sein, ob Objekte wie das Polizeipräsidium tatsächlich von privaten Unternehmen bewacht werden müssen.

Immerhin handelt es sich um das Herz der Berliner Sicherheitsarchitektur, das von externen Dienstleistern geschützt werden muss. Aus Kostengründen. Das ist für Außenstehende schon reichlich absurd und schwer zu verstehen.

Der Staat sollte aber auch ein legitimes Interesse daran haben, ein genaueres Auge auf Flüchtlingsunterkünfte zu haben. Wiederholt gab es in der Vergangenheit Meldungen über Anwerbeversuchen vor Heimen durch Islamisten oder die Organisierte Kriminalität.

Zugleich sind Flüchtlingsheime auch wieder Ziele von Attacken durch Rechtsextreme. Es ist Aufgabe eines Staates, beides zu unterbinden. Wie so oft scheitert das am Geld. Doch wer hier spart, zahlt am Ende drauf.