Kommentar

Den Besitz von Kokain und Heroin zu erlauben, ist falsch

Pieroth (Grüne) fordert eine Eigenbedarfsregelung für harte Drogen. Eine solche Freigabe wäre grundfalsch und ein fatales Signal.

Gilbert Schomaker

Gilbert Schomaker

Foto: pa/Montage BM

Deutlicher konnte die Warnung nicht sein: Laut Drogenbericht der Vereinten Nationen wird so viel Kokain produziert wie nie zuvor auf der Welt – fast 2000 Tonnen waren es im Jahr 2017. Eine Steigerung um 25 Prozent.

Und trauriger könnten die Zahlen für Berlin kaum ausfallen: Im vergangenen Jahr starben 191 Menschen in der Hauptstadt an ihrer Drogensucht. Das waren 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hauptursachen: der jahrelange Konsum schwerster Drogen wie Heroin und eben Kokain.

Da verwundert es doch sehr, dass die Grünen in Berlin genau diese stark abhängig machenden Drogen nun für Konsumenten straffrei machen wollen. Der Besitz geringer Mengen von Kokain oder Heroin soll nicht mehr geahndet werden, fordert die Grünen-Politikerin Catherina Pieroth. Es soll eine Eigenbedarfsregelung geben, ähnlich wie beim Cannabis, wo in Berlin Mengen bis 15 Gramm strafrechtlich nicht verfolgt werden.

Eine solche Freigabe wäre grundfalsch und ein fatales Signal: Schon jetzt fahren viele junge Berlin-Besucher zum Görlitzer Park, weil sie in diversen Reiseführern gelesen haben, wie leicht man dort an einen Joint kommt.

Wenn nun auch noch die Botschaft in die Welt gesendet wird, in Berlin dürfe man auch Kokain und Heroin besitzen, dann wird der Drogentourismus noch zunehmen. Erst vor einem Tag wurde bekannt, dass die Berliner Polizei allein 35 Ermittlungsverfahren gegen sogenannte Koks-Taxen führt, die das Rauschgift nach Hause liefern.

Die Forderung passt zur Linie der Grünen-Drogenpolitik, den Konsum zu liberalisieren. Es ist der falsche Weg. Er wird zu noch mehr Drogen in Berlin führen. Die Abhängigen brauchen Hilfen, wie sie aus der Sucht herauskommen. Drogenbesitz hilft ihnen wenig. Es muss bei der gesellschaftlichen Ächtung der Drogen bleiben.