Kommentar

U-Bahnlinien zu verlängern ist teuer, aber notwendig

Im Jahr 2030 sollen 460.000 Einwohner in Pankow wohnen. Die Infrastruktur im Bezirk muss ausgebaut werden.

Foto: pa

Würde man Pankow als Bezirk aus Berlin herauslösen, bekäme man eine Metropole, mehr als doppelt so groß wie Potsdam, die Landeshaupstadt Brandenburgs. Innerhalb der 400.000-Einwohner-Kommune zeichnet sich nun – vor allem dank der großen Entwicklungsgebiete in den ländlichen Weiten des Nordens – ein erneutes Bevölkerungswachstum ab, das die Identität der beschaulichen Ortsteile wie Karow oder Buch radikal verändern wird.

Was den Einheimischen aber größere Sorge bereitet als das Wachstum rund um die alten Dorfanger, sind die vielen offenen Fragen zur Infrastruktur und vor allem zum Verkehr. So deutlich die Pläne für den Wohnungsbau ausgearbeitet sind, so diffus sind die Aussagen des Senats, wie sich 460.000 Pankower, von denen das Bezirksamt bis zum Jahr 2030 ausgeht, fortbewegen sollen.

Dass die Anwohner und Bezirkspolitiker eigene Vorschläge liefern, sollten die Entscheidungsträger nicht einfach nur zur Kenntnis nehmen. Sie sollten ernsthaft prüfen, ob sich die großen Baugebiete mit einem noch leistungsfähigeren Fortbewegungsmittel als der Tram erschließen lassen.

U-Bahnlinien zu verlängern, mag teuer und langwierig sein. Aber große Projekte verdienen eine große Lösung. Noch heute profitiert Berlin von der Weitsicht der Planer, die vor 120 Jahren höchst effektive Verkehrssysteme wie die Ringbahn entwarfen und umsetzten. Die Stadt der Zukunft ist nicht vorstellbar mit einem Schienennetz von gestern.