Schulen

Gratis-Schulessen: Bezirke nicht allein lassen

Beschließt man auf Landesebene kostenloses Essen für Schüler, muss das Land Berlin auch dafür sorgen, meint Jessica Hanack.

Foto: Maurizio Gambarini

Die Umsetzung des kostenlosen Mittagessens für Schüler bis zur sechsten Klasse ist eine Aufgabe, die die Berliner Bezirke noch eine Weile beschäftigen wird. Schulküchen müssen überprüft werden, ob sie für die erhöhte Essenszahl noch geeignet sind und gegebenenfalls umgebaut werden. Für Übergangslösungen, wie ein Zelt an einer Spandauer Grundschule, braucht es dauerhafte Konzepte. Das alles kostet Zeit – und Geld. Weil es zum Start des kostenlosen Schulessens nur eine begrenzte Summe für die Bezirke gab, stehen einige schon ohne da. Und haben nun eigene Mittel verwendet, um die – ohnehin recht kurzfristige und für Bezirksämter wie Schulen herausfordernde – Entscheidung des Abgeordnetenhauses umzusetzen.

Doch das ist beim Blick auf die Berliner Schulen keine gute Lösung. Denn der Zustand vieler Gebäude ist bekannt, die Zahl der Sanierungsfälle hoch. Die Bezirke können also die Mittel, die sie für den baulichen Unterhalt der Schulen haben, gut gebrauchen, um Gebäude instandzusetzen und an die heutigen Unterrichtsanforderungen anzupassen. Fehlt dort nun Geld, weil dafür Mensen ausgebaut oder angemietet werden müssen, ist das wenig zielführend.

Deshalb ist es richtig, dass die Bezirke weitere finanzielle Unterstützung vom Land bekommen, um das Schulessen unter angenehmen Bedingungen zu ermöglichen, für Schüler und für die beaufsichtigenden Lehrer. Dass das, wenn nun mehr Kinder Mittag essen, mehr Platz wie Möbel braucht, ist klar. Dass gesetzliche Vorschriften in den Küchen eingehalten werden müssen, ebenso. Beschließt man auf Landesebene, dass Berliner Schüler kostenlos essen sollen, gehört es konsequenterweise dazu, auch die Finanzierung sicherzustellen. Und sie nicht den Bezirken zu überlassen.