Kommentar

Invalidenstraße: Es muss rasche Entscheidungen geben

Unabhängig davon, was der Grund für den Unfall war, ist es richtig, auf der Invalidenstraße nach Lösungen des Miteinanders zu suchen.

Foto: Reto Klar

Es liegen immer noch, immer wieder neue Blumen an der Stelle an der Invalidenstraße in Mitte, an der Anfang September ein SUV-Fahrer in eine Menschenmenge gerast ist. Vier Menschen, darunter ein kleiner Junge, verloren bei dem tragischen Unfall ihr Leben, die Unfallursache ist noch immer Gegenstand von Ermittlungen.

Die Politik – in diesem Fall der Senat und der Bezirk Mitte – hat schon reagiert und will den Verkehr auf der vielbefahrenen Straße neu organisieren. Auch, weil Anwohner in einer Petition nachdrücklich Konsequenzen gefordert hatten.

So soll auf der Invalidenstraße Tempo 30 eingeführt werden. Außerdem wollen Senat und Bezirk dort Radwege anlegen lassen, damit die Radfahrer dort ebenfalls sicherer unterwegs sind. Dafür werden Parkplätze wegfallen, denn die Invalidenstraße, auf der ja mittig noch die Straßenbahnen unterwegs sind, ist viel zu eng, wenn man die Radwege gesondert ausweisen möchte.

Unabhängig davon, was der Grund für den schrecklichen Verkehrsunfall war, halte ich es für richtig, auf der Invalidenstraße nach anderen Lösungen des Miteinanders zu suchen. Ich selbst bin dort auch häufig unterwegs – zu Fuß, mit der Tram oder dem Auto.

Ich wundere mich oft, in welch lebensgefährliche Situation sich die Radfahrer begeben, die sich zwischen den parkenden Pkw und den fahrenden Autos und Lastwagen bewegen – oder sich gerne auch zwischen Tram und Auto hindurchzwängen. Auf den Bürgersteigen ist es oft voll, Platz zum Ausweichen gibt es kaum. Das kann auf Dauer so nicht funktionieren.

Wer die Verkehrswende und eine intelligente Mobilität in der Stadt möchte, der muss nach vielfältigen Lösungen suchen. Und auch die Anwohner einbeziehen. Gut, dass das an dieser Stelle in Mitte endlich geschieht.