Kommentar

Der "Cleanup Day" ist ein wichtiges Signal für Berlin

Beim „World Cleanup Day“ wird angepackt. Das zeigt, dass den Berlinerinnen und Berlinern ihre Stadt am Herzen liegt, so Jessica Hanack.

Foto: Reto Klar/Maurizio Gambarini/BM Montage

Berlin. Nur meckern, aber nichts dagegen machen – Tausende Berliner haben in den vergangenen Tagen bewiesen, dass es auch anders geht. Statt nur den Dreck in der Stadt zu beklagen, haben sie selbst angepackt, haben Aktionen in Parks, auf Plätzen und an Gewässern organisiert, um Müll zu sammeln. Die Menschen haben Verantwortung übernommen, statt schlicht zu sagen: Aufräumen, das ist Aufgabe der Berliner Stadtreinigung. Das ist gut so. Denn wer für den Müll verantwortlich ist, das sind zum großen Teil die Berliner selbst. Und nur weil es Menschen gibt, die sich beruflich um die Sauberkeit in der Stadt kümmern, gibt das anderen nicht das Recht, ihre Zigaretten, Plastikverpackungen und Flaschen achtlos in die Umwelt zu werfen.

Der „World Cleanup Day“ war, nur einen Tag nach dem großen Klimastreik, direkt die nächste weltweite Aktion, bei der sich Menschen in mehr als 150 Ländern für ein gemeinsames Anliegen eingesetzt haben. Mehr noch, sie haben nicht nur dafür demonstriert, sondern Umweltschutz konkret umgesetzt. Auch wenn der nachhaltige Effekt der Putzaktionen gering sein mag, ist es trotzdem ein Zeichen. Schon beim ersten „World Cleanup Day“ im vergangenen Jahr waren mehr als 17 Millionen Freiwillige dabei, dieses Mal werden noch mehr erwartet. Bereits am Sonnabendmittag waren auf Twitter Beiträge und Fotos aus Frankreich, Libyen oder dem Kongo zu finden, von Menschen mit Mülltüten und Harken in der Hand.

Dass Berlin in Deutschland vorangegangen ist, dass es in der Hauptstadt die meisten Aktionen gab, ist das richtige Signal. Sicher ist es hier einfach, sich einzureden, dass es schon ein anderer der 3,6 Millionen Einwohner richten wird. Aber bürgerschaftliches Engagement ist in einer Metropole so wichtig wie in einem Dorf. Dass dieses Bewusstsein in Berlin existiert, haben die Menschen bewiesen.

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