Kommentar

Dass es am Spreepark nicht vorangeht, ist unverständlich

Die Wiedereröffnung des Spreepark-Geländes lässt sich Jahren auf sich warten. Warum eigentlich?, fragt Isabell Jürgens.

Manche Aspekte des Berliner Alltagslebens weisen beinahe unheimliche Parallelen mit dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ auf. In der Komödie sitzt der Hauptdarsteller in einer Zeitschleife fest und erlebt ein- und denselben Tag immer wieder. So ähnlich wie der Filmheld müssen sich auch die Kunden der Berliner S-Bahn fühlen, die auf den Ringbahnlinien regelmäßig unter Verspätungen leiden. Oder die Bürger, die mal wieder den Spreepark in Treptow besuchen wollen. Denn der ist seit 17 Jahren geschlossen und nur mal ausnahmsweise, wie an diesem Wochenende, zur Besichtigung geöffnet.

Zur Erinnerung: Vor fünf Jahren wurde das gut 23 Hektar große Areal lastenfrei vom Land Berlin zurückgekauft, um es wieder einer Nutzung zuzuführen. Doch auch dieses Vorhaben scheint nun wieder in der Zeitschleife festzuhängen. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass die landeseigene Gesellschaft „Grün Berlin“ seit nunmehr drei Jahren um ein funktionierendes Konzept für das Areal ringt – und dieses auch im Jahr 2019 noch nicht vorlegen kann. Man werde, teilte der „Grün Berlin“-Chef mit, die im Werkstattverfahren mit den Bürgern erarbeiteten Ideen 2020 in einer Rahmenplanung noch einmal präzisieren.

Warum das so lange dauert, bleibt unverständlich. Denn an den Rahmenvorgaben hat sich seit Jahren nichts geändert. Der Schwerpunkt des Betriebs auf dem einstigen DDR-Rummelplatz soll künftig nicht mehr auf den Karussells und Achterbahnen liegen, sondern auf Kunst, Kultur und Natur. Nur das Riesenrad, das weithin sichtbare Wahrzeichen des Parks, soll sich wieder drehen. Das aber war ja schon seit langem klar. Einen Eröffnungstermin wurde den Besuchern an diesem Wochenende erst für 2023 bis 2025 in Aussicht gestellt. Der Park rottet weiter vor sich hin. Und das Murmeltier lässt grüßen.