Kommentar

Das Gesundheitswesen benötigt deutlich mehr Geld

Veraltete Gebäude, überholte technische Ausstattung, zu wenig Personal - ins Gesundheitswesen muss investiert werden, meint Jens Anker.

Foto: Reto Klar

Die Summe ist gewaltig: Zwei Milliarden Euro beträgt allein der Investitionsstau im Gesundheitswesen. Veraltete Gebäude, überholte technische Ausstattung und natürlich auch zu wenig Personal – wäre das Berliner Gesundheitswesen ein Mensch, wäre es längst ein Fall für den Arzt.

Im Gesundheitswesen rächt sich jetzt, was in den vergangenen zwei Jahrzehnten versäumt wurde. Die Investitionen in moderne Standorte mit moderner Ausstattung wurden viel zu lange vernachlässigt. Da teilt die Gesundheitsbranche das Schicksal mit vielen Schulen und Kitas, den Straßen und Brücken, vielen Verwaltungsgebäuden und Sportanlagen.

Es wird viel Zeit kosten, die Folgen der harten Jahre des Sparens zu beseitigen. Die Sorgen der Gesundheitswirtschaft sind daher nachvollziehbar und berechtigt. Das Geld, das die Landesregierung für sie bereit stellt, ist zwar so viel, wie seit vielen Jahren nicht, aber es reicht auch kaum aus, den Bestand zu sichern. Während das Land riesige Summen für die Sanierung und den Neubau von Kitas und Schulen bereit stellt, werden die Krankenhäuser trotz happiger Steuerüberschüsse knapp gehalten.

Zumal neue Herausforderungen unmittelbar bevorstehen. Einerseits wächst Berlin seit Jahren ungebremst, die medizinische Versorgung muss in den kommenden Jahren daher weiter ausgebaut werden, andererseits stehen in der Branche massive Veränderungen durch die Digitalisierung bevor. Alle Gesundheitsstandorte benötigen allein dafür viele Millionen Euro, um mit der Entwicklung stand zu halten.

Vielen bleibt dabei nichts anderes übrig, als woanders zu sparen: beim Personal. So gesellt sich zum schlechten Zustand der Gesundheitsstandorte auch noch eine Personalnot. Das kann es für die selbst ernannte Gesundheitshauptstadt nicht sein. Das Parlament wird hier nachjustieren müssen.