Kommentar

Außenwerbung neu ausgeschrieben: Eine Aktion mit Folgen

Die Partnerschaft zwischen City West und Wall funktionierte. Ihr Ende könnte nun weitreichende Folge haben, meint Carolin Brühl.

Carolin Brühl, Reporterin für Charlottenburg-Wilmersdorf, über die Konsequenzen nach dem Aus eines funktionierenden Systems.

Carolin Brühl, Reporterin für Charlottenburg-Wilmersdorf, über die Konsequenzen nach dem Aus eines funktionierenden Systems.

Foto: Privat

Berlin. Wer 20 Jahre zurückblicken kann, erinnert sich: Kein Brunnen sprudelte im Sommer in der City West. Den Besuch öffentlicher Toiletten vermied lieber, wer irgend konnte. Und der Kurfürstendamm sah in der Adventszeit ein bisschen so aus wie die Bahnhofsstraße in Gelsenkirchen und nicht wie der Boulevard der neu erwachten Metropole Berlin.

Die Kopplungsverträge, die der damalige Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf und heutige Bundestagsabgeordnete Klaus-Dieter Gröhler (CDU) damals mit Wall schloss, mögen vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss gewesen sein, aber sie waren der schieren Not im Bezirk geschuldet und sorgten dafür, dass die Brunnen wieder das taten, wofür sie gebaut worden waren. Es gab plötzlich Toiletten in der Stadt, denen das Rüchlein fehlte, weil sie schlicht sauber waren, und es gab einmal im Jahr eine Weihnachtsbeleuchtung auf Kudamm und Tauentzien, zu deren offiziellen Startterminen der eine oder andere Regierende oder Senator publikumswirksam gern auf den großen roten Knopf drückte.

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Zum Ende des Jahres lief diese funktionierende Partnerschaft aus, weil der Senat das Werbegeld lieber direkt für sich vereinnahmen wollte. Wenn dieses Geld nun aber, so wie die Citytax auch, irgendwo im Etat der Stadt versickert, statt den Aufgaben zugute zu kommen, denen es entzogen wurde, dann hat das mehr als ein Rüchlein, dann ist das ein Skandal.