Kommentar

Berlins neuer Bäderchef muss jetzt klare Vorgaben erfüllen

Der neue Manager der Berliner Bäder Betriebe muss zügig sanieren und bauen, meint Joachim Fahrun.

Foto: dpa/Reto Klar/BM Montage

Mit Schwimmbädern hatte Johannes Kleinsorg bisher nicht viel zu tun. Als Vater im Freibad am Insulaner und zuletzt am See bei Leipzig beschränken sich die Erfahrungen des neuen Chefs der Berliner Bäder-Betriebe auf die Rolle als Badegast. Das muss nicht von Nachteil sein für die neue Aufgabe. Sein Vorgänger kam von der Berliner Stadtreinigung (BSR). Dem letzten Bäderprofi, der den Job machte, Ole Bestedt Hensing, brachten seine ausgeprägten Vorstellungen einer modernisierten Bäderlandschaft mit mehr Spaßbaden in Konflikt mit der Politik.

Die Vorgaben für den bisherigen Chef der Stadtwerke Leipzig sind klar. Bäder werden in Berlin nicht geschlossen. Daseinsvorsorge, also Schwimmen und Gesundheit, stehen im Vordergrund. Und mehr Geld gibt es auch. Auf dieser Basis ist in Berlin weniger ein Bäder-Visionär als ein nüchterner Manager gefragt.

Der Neue soll seine Erfahrungen aus der Energiewirtschaft einbringen, um umfangreiche Investitions- und Sanierungsprojekte ordentlich zu planen und abzuarbeiten. Gelingt ihm das, wäre eine große Schwachstelle der Bäder-Betriebe behoben. Er muss auch die nötigen Mitarbeiter an Bord holen, von denen sein Vorgänger stets beteuert hatte, sie seien nicht zu finden. Nur dann können verlässliche Wasserzeiten oder gar eine erweiterte Öffnung etwa an Sommerwochenenden erreicht werden.

Jede Sanierung behindert den Bäderbetrieb - logischerweise

Die Kür wäre es für Kleinsorg schon, wenn er mit klugen, flexiblen Ideen das Dilemma löste, das unweigerlich kommt. Denn während saniert wird, ist jedes Bad geschlossen, was dem Ziel „mehr Wasserfläche, mehr Besucher“ natürlich widerspricht. Aber vielleicht lassen sich Hallenbäder ja ersetzen, indem Freibäder mit Traglufthallen überspannt werden – oder was es sonst noch so an kreativen Plänen geben mag. Herr Kleinsorg, übernehmen Sie!